CH-Schluss: SMI legt 0,85% zu auf 7’973,93 Punkte

CH-Schluss: SMI legt 0,85% zu auf 7’973,93 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Mittwoch mit klaren Gewinnen beendet. Nach schwachem Start und darauffolgender Erholung fiel der Markt am Nachmittag erneut ins Minus, um sich dann aber mit einer festeren Wallstreet wieder deutlich ins Plus vorzukämpfen. Für die zwischenzeitlichen Abgaben wurde vor allem ein für Aktien negativer Strategiekommentar der US-Investmentbank Goldman Sachs verantwortlich gemacht.

Trotz der Gewinne am Berichtstag herrsche unter den Investoren weiter eine gewisse Unsicherheit und Unentschlossenheit, so ein Händler. Die Märkte seien weitgehend von Richtungslosigkeit geprägt, die Konjunkturdaten wiesen keine klaren Trends auf und die Unternehmensgewinne seien mässig, wenn auch nicht schwächer als erwartet. Aber auch der Informationsfluss zur Kursrichtung der Notenbankpolitik sei uneinheitlich. «Ein beherrschendes Thema am Markt bleibt denn auch die Kombination aus konjunktureller Verfassung und der Geldpolitik in den USA», so der Händler.

Der Swiss Market Index (SMI) legte 0,85% zu auf 7’973,93 Punkte und schloss damit auf Tageshoch. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, avancierte um 0,75% auf 1’217,76 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,71% auf 8’623,71 Punkte. Von den 30 Blue Chips beendeten 21 den Tag im Plus und neun im Minus.

Den grössten Anteil am Plus des SMI hatten die Titel des Indexschwergewichtes Novartis (+1,5%). Der Basler Pharmakonzern präsentierte positive Daten aus dem Bereich der Brustkrebstherapie, die im Markt gut aufgenommen wurden. Eine Studie dazu kann wegen des guten Erfolgs gar vorzeitig beendet werden. Am Vorabend hatte das Unternehmen ausserdem einen Umbau der Pharma-Sparte bekanntgegeben, welcher den Abgang des Chefs der Sparte zur Folge hat. Auch dies dürfte in der Tendenz zum Kursanstieg beigetragen haben, hiess es.

Etwas weniger gut hielten sich die anderen grosskapitalisierten Titel, wobei Roche (+0,6%) etwas besser abschnitten als Nestlé (+0,2%). Nestlé wird – wie auch Novartis – nächste Woche ein mit Spannung erwartetes Investoren-Seminar abhalten.

Besonders stark waren zum Schluss die Titel der Grossbanken, die im bisherigen Jahresverlauf bekanntlich zu den schwächsten gehören. CS war mit einem Plus von 2,7% zum Schluss gar Tagessieger unter den 30 Blue Chips, während UBS mit +1,8% Nummer drei in der Rangliste waren. Dazwischen platzierte sich mit LafargeHolcim (+2,4%) ein weiterer Titel mit Aufholpotenzial.

Mit an der Spitze waren ausserdem Swatch (+1,8%) und Richemont (+1,3%). Für die Käufe seien vor allem institutionelle Einkäufer und Eindeckungen verantwortlich gewesen, hiess es in Marktkreisen. Die Titel seien reif für eine Erholung; dies auch, nachdem beim Mitbewerber Burberry das Jahresergebnis besser als erwartet ausgefallen sei. Richemont könnte am Freitag mit dem Ergebnis für das versetzte Geschäftsjahr 2015/16 weitere Impulse für den Sektor liefern.

Ein klares Plus gab es ausserdem für Dufry (+1,2%). Der CEO des Reisedetailhändlers hat in einem Zeitungsinterview die Wachstumsziele für 2016 bestätigt. Die wegen der Übernahme von World Duty Free angestiegene Schuldenlast macht ihm dagegen keine Sorgen: Bedarf für eine Kapitalerhöhung sehe er nicht.

Das negative Highlight bei den Blue Chips bildeten derweil Sonova mit einem Minus von 6,4%. Der am Morgen publizierte Jahresabschluss 2015/16 fiel unter den Erwartungen aus. Sämtliche Kennzahlen für das Geschäftsjahr blieben unter den Konsensschätzungen von Experten, wobei der Hörgeräte-Hersteller von einem schwächeren US-Veteranen-Markt, Marktanteilsverlusten und Gegenwind in Deutschland sprach. Besonders schlecht wurde allerdings der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr aufgenommen, wie es bei Analysten hiess.

Auf der Verliererseite waren ausserdem auch die beiden Chemietitel Sika (-0,9%) und Clariant (-0,7%) sowie Swisscom (-0,7%) zu finden. Unterdurchschnittlich zeigten sich auch Swiss Re (-0,1%), die von Jefferies auf «Hold» zurückgestuft wurden.

Im breiten Markt waren u.a. Bobst (+5,0%), Ams (+4,3%) oder Walter Meier (+3,7%) nachrichtenlos gut gefragt, während etwa Myriad (-5,4%), Newron (-5,1%) oder Evolva (-4,8%) deutlich an Wert einbüssten.(awp/mc/cs)

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