CH-Schluss: SMI über Tagestief schwächer

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag, dem ersten Tag der verkürzten Auffahrtswoche, schwächer geschlossen. Belastet wurde der Markt laut Händlern von einer Reihe nachgebender Gesundheitswerte, Banken und Technologietiteln. Damit ging ein Grossteil der in der Vorwoche erzielten Gewinne wieder verloren. Der SMI hatte trotz deutlich schlechter als erwartet ausgefallenen US-Jobdaten über die Woche betrachtet 1,4 Prozent gewonnen. Die Job-Zahlen wurden an der Börse als Garant für eine weiterhin lockere Geldpolitik der Notenbanken gesehen.

Händler beschrieben die Stimmung als weiterhin gut. Investoren würden sich darauf verlassen, dass die Notenbanken die Märkte mit ihrer ultralockeren Geldpolitik weiterhin stützten. Sie hätten zusammen mit den Regierungen mit ihren Massnahmen zur Stärkung der pandemiegeschädigten Wirtschaft ein grosses Sicherheitsnetz aufgespannt, hiess es im Markt. Dies sei die beste aller möglichen Welten: Robuste Wirtschaft, sprudelnde Unternehmensgewinne, lockere Geldpolitik und Haushaltsausgaben in nie gesehener Grösse.

Der SMI schloss um 0,45 Prozent tiefer auf 11’123,67 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, büsste 0,65 Prozent auf 1804,39 ein und der breite SPI fiel um 0,52 Prozent auf 14’288,17 Zähler. Im SLI standen 21 Verlierern sieben Gewinner gegenüber. Clariant und Swisscom waren unverändert.

Den stärksten Abschlag verzeichneten die Aktien von Logitech (-5,2%). Die Titel des Herstellers von Computerzubehörgeräten konnten sich dem Negativtrend der US-Technologiebörse Nasdaq und anderer europäischer Mitbewerber nicht entziehen. In ihrem Sog schlossen auch AMS (-0,9%) nach anfänglichen Gewinnen tiefer. Aber auch die am breiten Markt gehandelten Technologietitel wie Inficon (-3,5%), Cicor (-2,8%), Comet (-3,1%) und Sensirion (-3,2%) gaben klar nach.

Ebenfalls unter Druck standen Alcon (-3,4%), bei denen sich der Kursaderlass fortsetzte, der mit den als enttäuschend empfundenen Quartalszahlen eingesetzt hatte. Insgesamt hat der Titel in den vergangenen Tagen damit rund zehn Prozent seines Werts eingebüsst.

Mit den Aktien von Sonova (-2,6%), Lonza (-2,4% oder -13,80 Fr.), Straumann (-0,9%) und Roche (-0,5%) gaben weitere Gesundheitswerte nach. Bei Lonza muss allerdings die Dividende von 3 Franken berücksichtigt werden, die heute abgegangen ist.

Die Anteile des schwergewichtigen Pharmakonzerns Novartis (-0,1%) und des Lebensmittelmultis Nestlé (-0,1%) konnten ihre Einbussen zu einem Grossteil wieder eingrenzen.

Auf der Verlierer-Liste standen zudem einzelne zyklische Werte wie Sika (-1,4%) und Geberit (-1,5%). Beide hatten in der Vorwoche zu den Favoriten gezählt, so dass einige Investoren hier erst einmal die Gewinne einstrichen.

Uneinheitlich präsentierte sich derweil die Finanzbranche. So gehörten die Anteilsscheine der Banken CS (-0,8%) und UBS (-0,4%) sowie von Partners Group (-1,3%) zu den Verlierern, während die Versicherer Swiss Life (+0,4%), Zurich (+0,3%) und Swiss Re (+0,4%) hinzugewinnen konnten. Swiss Life und Zurich erfreuten sich spekulativer Käufe vor den am Dienstag beziehungsweise am Mittwoch erwarteten Quartalsberichten. Schon im Vorfeld herrsche eine gewisse Zuversicht, hiess es am Markt.

An der Spitze der Gewinner standen mit Kühne+Nagel (+0,8%), Swatch (+0,8%) und Adecco (+0,6%) allerdings zyklische Titel.

Am breiten Markt fielen die Aktien von The Native mit einem Kurssprung um 46 Prozent auf. Das Unternehmen kann den Konkurs laut einer Mitteilung der Basler Behörden wohl abwenden. Demnach sei die Konkursandrohung als nichtig zu betrachten, hiess in einer Mitteilung der Beteiligungsgesellschaft. Die Entscheidung werde nun dem Appellationsgericht Basel mitgeteilt. Die endgültige Entscheidung über die Konkurseröffnung über das Unternehmen dürfte vom Appellationsgericht bis Ende Juni gefällt werden. (awp/mc/ps)

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