CH-Schluss: SMI steigt um 2,5% auf 7’848 Punkte

CH-Schluss: SMI steigt um 2,5% auf 7’848 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag den zweiten Tag in Folge auf breiter Front kräftige Gewinne erzielt. Die wichtigsten Indices waren bereits mit satten Avancen gestartet und konnten die Anfangsgewinne bis zum Mittag noch weiter ausbauen; am Nachmittag flaute das Geschehen dann etwas ab. Vor allem der Kurssprung von über 7% in Japan habe die Investoren auch hierzulande zu Käufen animiert, hiess es. Keine Impulse gab es derweil aus den USA, wo die Märkte eines Feiertages wegen geschlossen blieben.

Händler hierzulande sprachen von einem weiter stark überverkauften Markt nach den massiven Abgaben in den vergangenen zwei Wochen. Dass das nun schon die grosse Wende ist, erwartet aber kaum jemand. Die Stimmungslage könne denn auch unverändert als «sehr verunsichert» bezeichnet werden, sagte ein Händler. Für einen Ausbruch aus dem derzeitigen Bärenmarkt bräuchte es eine nachhaltigere Aufwärtsbewegung. Und genau diesbezüglich überwögen die Zweifel. Kursgewinne in den vergangenen Wochen hätten meist eine noch grössere Verkaufswelle nach sich gezogen, hiess es etwa.

Der Swiss Market Index (SMI) gewann zum Handelsschluss 2,50% auf 7’848,33 Punkte, das Tageshoch kurz nach 13.30 Uhr lag gar noch gut 30 Punkte höher. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, erholte sich um 2,79% auf 1’174,24 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 2,55% auf 8’143,61 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln schlossen alle im Plus, wobei Transocean (+0,1%) als einziger nur ganz knapp positive Vorzeichen schaffte. Der Volatilitätsindex VSMI büsste zwar knapp 6% ein, liegt mit 29,5 Punkten aber weiterhin auf vergleichsweise hohem Niveau. 

Unter den Einzeltiteln waren am Montag lange Zeit in erster Linie Zykliker und Bankentitel gesucht. Zum Schluss war das Spitzentrio aber ziemlich durchmischt und die (Gross)banken fielen in die hinteren Ränge zurück. An der Spitze standen die in letzter Zeit meist arg gebeutelten LafargeHolcim (+4,6%), die letzte Woche – trotz einem Plus von 3,8% am Freitag – insgesamt über 9% eingebüsst hatten und auch in der Rangliste seit Jahresbeginn zu den schwächsten gehören.

Dahinter folgten mit Swiss Re (+4,0%) und Geberit (+3,9%) allerdings Titel, die nicht zu den schwächsten gehörten. Im Gegenteil, Geberit ist bisheriger Spitzenreiter im Feld der Blue Chips. Hinter diesen folgten dann – zumeist nachrichtenlos – weitere Zykliker wie Schindler (+3,9%), Richemont (+3,9%), Swatch (+3,6%) oder Adecco (+3,5%).

Auch die Grossbanken CS (+2,7%)) und UBS (+2,1%) legten klar zu, mussten die starken Avancen aus dem frühen Handel aber abgeben. Nach dem jüngsten Ausverkauf hätten Investoren aber wieder vermehrt Bankenaktien unter die Lupe genommen, hiess es. Das Bewertungsniveau sei zum Teil auf ein lächerlich tiefes Niveau gefallen, meinten Händler. Dies habe aber vor allem institutionelle Investoren auf den Plan gerufen, während die Kleinanleger eher an der Seitenlinie verharrten.

Die SMI-Schwergewichte avancierten ebenfalls recht deutlich, wenn sie auch hinter dem Gesamtmarkt etwas zurückbleiben. Besonders bei Novartis (+1,8%) sei der Korrekturbedarf nach den letzten Wochen gross, hiess es etwa. Trotzdem legten Roche und Nestlé (je +2,4%) noch etwas mehr zu. Der Nahrungsmittelkonzern wird diese Woche – wie unter den Blue Chips auch Clariant (+2,8%) )- zum Zahlenrapport antreten.

Syngenta (+1,9%) waren am Montag zwar am Ende der Tabelle zu finden, entwickelten sich die vergangenen Tage aber erstaunlich stabil. Im Handel wird hier auf die ChemChina-Offerte verwiesen, die den Titel nach «unten absichere». Allerdings notiert der Valor weiterhin deutlich unter dem gebotenen Preis der Chinesen. Als ein Grund für die Lücke gilt der mögliche Einspruch der US-Aufsichtsbehörde CFIUS, welche den Zusammenschluss unter dem Gesichtspunkt der nationalen Sicherheit in den USA prüft und die als nicht besonders chinafreundlich gilt.

Im breiten Markt schossen Titel wie OTI (+20%), Santhera (+19%), New Venturetec (+9,3%), Leonteq (+8,6%) oder BB Biotech (+8,4%) und Basilea (+7,9%) stark in die Höhe. Auch diese Titel gehörten zumeist zu den schwächsten in den letzten Wochen. (awp/mc/upd/ps/cs)

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