CH-Schluss: SMI mit leichtem Plus – Konjunkturhoffnung stützt

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Dienstagshandel mit einem kleinen Plus beendet. Der SMI konnte die deutlichen Verluste aus dem frühen Handel wettmachen und erhielt am Nachmittag Rückenwind von einer positiven Eröffnung der Wall Street. Am Vortag hatten die Kurse bereits getrieben von den Hoffnungen auf das billionenschwere US-Konjunkturpaket und schwindenden Zinssorgen stark zugelegt. Die Anleger würden wieder nach vorn blicken, sagte ein Händler. Solange die Zentralbanken die Märkte mit Gratisgeld fluteten, würden Kursrücksetzer immer wieder als Einstiegsgelegenheiten genützt.

Positive Signale aus der Wirtschaft der Eurozone hätten die Stimmung ausserdem gestützt, hiess es. Die Anleger setzten zudem auf die schnelle Verabschiedung des US-Konjunkturpakets durch das Repräsentantenhaus. Dann könnte US-Präsident Biden das Gesetz im Laufe der Woche noch unterzeichnen. Der dadurch zu erwartende Konjunkturschub könnte weitere Aktienkäufe auslösen. Allerdings hänge die weitere Entwicklung der Aktienbörsen auch von den US-Zinsen ab, meinte ein Händler.

Der SMI schloss 0,25 Prozent höher auf 10’857,97 Punkten, nachdem er im frühen Handel war er bs 10’747 Punkte gefallen war. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewann 0,42 Prozent auf 1’757,29 Zähler und der umfassende SPI um 0,44 Prozent auf 13’630,49 Punkte. Im SLI standen am Handelsschluss 20 Gewinner zehn Verlierern gegenüber.

Stärkster SLI-Wert war Straumann mit +3,3 Prozent. Bereits am Vortag hatte die Aktie des Dentalunternehmens nach einer Kurszielanhebung deutlich zugelegt. Gesucht waren zudem Sonova (+2,8%) und Alcon (+1,5%) sowie die Technologietitel AMS (+2,6%) und Logitech (+2,2%). Die letzteren beiden hatten am Morgen noch belastet durch die schwachen Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq klar im Minus eröffnet. Der Logistiker Kühne + Nagel (+1,7%) zählte ebenfalls zu den grössten Gewinnern.

Die stärksten Abschläge unter den Blue Chips verbuchten die Aktien der UBS (-1,8%). Die Aktie der Grossbank hat sich seit Jahresbeginn stark entwickelt und um gut 18 Prozent zugelegt. Demgegenüber hielt sich das Minus bei der CS (-0,1%) deutlich in Grenzen und Julius Bär gewann gar 1,2 Prozent hinzu. In den vergangenen Wochen hatten steigende Zinsen die Kurse der Finanzwerte insgesamt gestützt.

Auch die Kurse der Assekuranzen gingen mit den nun wieder nachgebenden Zinsen tiefer. Die Anteile der Versicherer Swiss Life, Zurich (je -0,6%) und Swiss Re (-0,2%) gaben allesamt ab, ebenso wie die am breiten Markt gehandelten Helvetia (-0,8%). Bei Swiss Re verpufften zwei Kurszielanhebungen wirkungslos.

Bâloise sackten gar um 4,2 Prozent ab. Der Versicherer hat 2020 insbesondere wegen Zahlungen zur Corona-Pandemie und des Wegfalls eines positiven Steuereffekts aus dem Vorjahr weniger verdient. Zudem fällt die Dividende laut Händlern magerer aus als am Markt erwartet.

Schwach präsentierten sich zudem Novartis (-0,8%). Der Pharmakonzern hat mit dem Wirkstoff Canakinumab (ACZ885) einen Rückschlag erlitten. In einer Studie, in der die Wirksamkeit zur Behandlung von Lungenkrebs untersucht wurde, wurden die gesetzten Ziele verfehlt. Rivale Roche (+0,9%) konnte zulegen und das dritte Schwergewicht Nestlé (+1,0%) legte ebenfalls zu.

Am breiten Markt sorgten Dufry (+3,3%) für Gesprächsstoff. Der Titel drehte nach einem schwachen Start im späten Handel deutlich ins Plus. Der Reisedetailhändler hat im vergangenen Jahr wegen der Coronakrise und wegen des Einbruchs des weltweiten Reisverkehrs einen Reinverlust von 2,5 Milliarden Franken verbucht.

Rieter verloren 1,3 Prozent. Der Textilmaschinenbauer hat 2020 wie angekündigt einen Umsatz- und Gewinneinbruch eingefahren und lässt die Dividende ausfallen.

Auf der anderen Seite waren Stadler Rail (+2,3%) gesucht. Der Zugbauer hat einen Auftrag aus Spanien mit einem Wert von rund einer Milliarde Euro erhalten. Zudem haben noch Galenica (-0,5%), die VP Bank (-4,4%) und Huber + Suhner (+0,3%) Zahlen vorgelegt. (awp/mc/ps)

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