CH-Schluss: SMI verliert 0,3% auf 9389 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag mit leicht tieferen Notierungen abgeschlossen. Nach dem guten Lauf der vergangenen Wochen rutschte der Leitindex bereits am Vortag in die Verlustzone. Die Verunsicherung der Anleger habe mit Blick auf den Handelsstreit zwischen den USA und China sei zuletzt etwas zugenommen, erklärte ein Händler. Gegen Handelsende hin hat allerdings der Druck auf den SMI spürbar abgenommen.

Die Stimmung sei zwar nicht schlecht, sagte ein anderer Börsianer. Aber der Markt sei auf einem hohen Niveau angelangt, das vorsichtig stimme. Hinzu komme nebst den Sorgen um den Handelsstreit auch noch die Unsicherheit um den bevorstehenden Brexit dazu. Zudem brach US-Präsident Trump den Gipfel mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un ohne Einigung ab. Gute Resonanz erhielten dagegen US-Konjunkturdaten. Allen voran hat sich das BIP in der weltweit grössten Volkswirtschaft im Schlussquartal des letzten Jahres weniger stark abgeschwächt als erwartet.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor bis Börsenschluss 0,25 Prozent auf 9’388,94 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) büsste 0,23 Prozent auf 1’448,18 Stellen ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,17 Prozent auf 10’964,46. Am Ende hielten sich die Gewinner und Verlierer in etwa die Waage.

Nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch an der Börse stand mit der angekündigten Fusion von Sunrise und UPC Schweiz der Telekomsektor im Fokus. Sunrise will UPC Schweiz für 6,3 Milliarden Franken übernehmen und plant dafür mit einer umfangreichen Kapitalerhöhung. Die Sunrise-Aktie brach um 8,5 Prozent ein.

Nach der Fusion entsteht ein stärkerer Konkurrent für den Branchenprimus Swisscom. Das bereitete den Anlegern jedoch kaum Kopfzerbrechen, denn die Swisscom-Papiere gaben lediglich um 0,3 Prozent nach.

Die nach Lonza (-3,8%) deutlichsten Einbussen bei den Blue Chips erlitten Adecco (-3,3%). Während des Handels fielen die Titel noch stärker zurück. Der Personaldienstleister enttäuschte mit der Vorlage der Geschäftszahlen, wobei die Wachstumsabschwächung im vierten Quartal besonders auffiel.

Auch ABB (-2,4%) konnte die Anleger mit dem Quartalsbericht und dem Strategie-Update im Anschluss an den Verkauf der Stromnetzsparte nicht überzeugen. Etwa in der Sparte Industrieautomatisierung machten Analysten Margendruck aus und die für das übrig gebliebene Geschäft gesetzten Ziele wurden als wenig ambitiös abgetan.

Swatch Group und Dufry (je -1,3%) hiessen am Donnerstag weitere Verlierer. Die beiden Papiere reagieren jeweils stark auf Nachrichten aus China.

Auf der Gegenseite rückten die Papiere des Vermögensverwalters Julius Bär (+1,8%) am stärksten vor, während es für Swiss Life (+0,9%) weiter nach oben ging. Und AMS (+0,4%) hätten positive Signale von der Branchenmesse in Barcelona Unterstützung geboten, meinten Händler.

Etwas Halt gaben dem Markt die Aktien des Schwergewichts Nestlé (+0,3%), die am Vortag noch nachgeben hatten. Dagegen büssten Novartis am Tag der Generalversammlung 0,4 Prozent ein und die Genussscheine des Branchennachbars Roche verloren 0,3 Prozent.

Am breiten Markt galt die Aufmerksamkeit nebst Sunrise den Aktien von Panalpina (+2,1%). Der Logistikkonzern hatte im Geschäftsjahr 2018 zwar mehr umgesetzt und verdient. Aber die Anleger interessierten sich mehr für den Übernahmeversuch durch den Konkurrenten DSV. „Und dazu hat Panalpina leider nichts gesagt“, meinte ein Händler.

Implenia (+4,3%) machten einen Teil der jüngsten Kursverluste wett. Ein Auftrag der SBB für Arbeiten zur Zufahrt zum Gotthard-Bahntunnel fielen da weniger ins Gewicht. Die Aktien der in den Bereichen Gesundheits-, Ernährungs- und Wellness-Produkte aktiven Evolva kletterten im Anschluss an die Bilanzvorlage um 6,1 Prozent nach oben. Firmenchef Oliver Walker äusserte sich im Interview mit AWP positiv zu den weiteren Aussichten.  (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.