CH-Eröffnung: Uneinheitlich – Zwischen Geo- und Geldpolitik
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hängt am Donnerstag etwas zwischen den Stühlen und startet ohne klare Richtung in den Handel. Die Märkte sind Börsianern zufolge derzeit etwas zwischen Geo- und Geldpolitik gefangen. So rückten die Sorgen um das USA-Iran-Kriegsthema durch die Unterzeichnung des Abkommens in den Hintergrund, auch wenn noch viele Details sehr vage seien, sagt ein Händler. Während die Börsen in Asien von dieser Entspannung beflügelt wurden, zollte die Wall Street den falkenhaften Aussagen und den angekündigten Reformen des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh ihren Tribut.
Nun richtet sich der Fokus hierzulande auf die SNB, die am Vormittag ihre Zinsentscheidung bekanntgibt. Es werden keine Änderungen erwartet, auch wenn die Nationalbank «schon immer für eine Überraschung gut war», wie Börsianer sagen. Derweil findet der vierteljährliche grosse Verfall wegen des morgigen US-Feiertags Juneteenth über zwei Tage statt – bereits heute in den USA und morgen in Europa. «Anleger müssen sich damit auf 48 Stunden volatilen Handel einstellen», so ein Händler.
Der Leitindex SMI bewegt sich im frühen Handel gegen 09.10 Uhr mit minus 0,14 Prozent auf 13’795,91 Punkte nur wenig. Die Verlierer sind klar in der Überzahl. Der SMIM der mittelgrossen Werte gewinnt indes 0,11 Prozent auf 3105,21 Punkte, während der breite SPI mit 0,05 Prozent auf 19’502,50 Zähler knapp im Minus liegt.
An der Indexspitze gewinnen UBS (+1,8%), gefolgt von ABB (+1,3%) nach einer Zielerhöhung durch die Citigroup. Schlusslicht sind Amrize (-2,4%) und Alcon (-2,1%). Die Schwergewichte Roche (-0,6%), Novartis (-0,2%) und Nestlé (-1,0%) bremsen den Leitindex ebenfalls.
Partners Group (-0,7%) führen bei einem bestehenden Investmentfonds eine zweigeteilte Aktienstruktur ein. Der Vermögensverwalter war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil er die Rücknahmen bei Evergreen-Fonds eingeschränkt hatte.
Für Schindler (+1,4%) geht es nach oben, nachdem der Aufzug- und Fahrtreppenbauer das Volumen des laufenden Aktienrückkaufprogramms um 200 Millionen auf neu bis zu 700 Millionen Franken erhöht hat. (awp/mc/ps)