CH-Verlauf: SMI mit leichten Verlusten – Nahost-Konflikt belastet

CH-Verlauf: SMI mit leichten Verlusten – Nahost-Konflikt belastet
(Adobe Stock)

Zürich – Der SMI kommt nach den Kursverlusten zum Wochenauftakt auch am Dienstag nicht auf Touren. Dabei wird der Leitindex vor allem von den defensiven Schwergewichten ausgebremst. Der Iran-Krieg bleibt weiterhin das Hauptthema.

Die Anspannung vor der am Mittwoch zu Ende gehenden Waffenruhe bleibe weiterhin hoch, so ein Marktbeobachter. Die Hoffnung auf ein Fortsetzen der Gespräche und eine diplomatische Lösung im Konflikt seien zwar intakt, allerdings habe sich der Ton jüngst klar verschärft. Derzeit seien verschiedene Szenarien wie eine erneute Eskalation, eine Verlängerung der Waffenruhe oder auch die Präsentation einer Lösung in letzter Minute denkbar.

Ohne eine Einigung könne sich der Konflikt zu einem echten Flächenbrand ausweiten, heisst es in einem Kommentar von CMC Markets. Das sei allerdings auch den Protagonisten bewusst, und es werde gerade aktiv gepokert. Der Ölpreis der Sorte Brent tendiert derweil mit Kursen von 94,40 US-Dollar je Barrel seitwärts.

Schwache Defensive
Gegen 11.00 Uhr verliert der SMI am Dienstag 0,27 Prozent auf 13’248,97 Punkte, während andere europäische Märkte im Plus sind. Der SMIM für die mittelgrossen Werte fällt um 0,15 Prozent auf 3030,59 und der breite SPI um 0,04 Prozent auf 18’757,02 Zähler.

Der SMI leidet dabei unter der Schwäche der defensiven Werte: So sind Nestlé (-0,9%) deutlich im Minus und auch die beiden Pharmaschwergewichte Roche (-0,4%) und Novartis (-0,5%) ziehen den Leitindex nach unten. Zudem muss die UBS (-1,5% oder -0,59 Fr.) den Dividendenabgang von 1,10 US-Dollar bzw. rund 86 Rappen verkraften. Grösster Verlierer sind ohne Neuigkeiten Logitech (-2,9%).

Von den 20 Bluechips ist eine Mehrheit von 11 Titeln im Minus. Eine Gegenbewegung zeigt sich dagegen bei konjunktursensitiven Titeln, die am Vortag überdurchschnittlich eingebüsst hatten. So können Sika (+1,1%) und Amrize (+0,5%) zulegen, während sich die Abgaben bei Holcim (-0,1%) und Geberit (-0,1%) in engen Grenzen halten.

Wenige Impulse
Von der Nachrichtenseite kommen am Dienstag nur wenige Impulse. Veröffentlicht wurden unter anderem die Daten zum Aussenhandel im März, welche gemischt ausfielen. Richemont (+0,1%) und Swatch (+0,6%) reagieren darauf entgegen dem Trend mit leichten Gewinnen.

Im Fokus stehen zudem die Tech-Titel, welche von den anhaltend hohen Investitionen grosser US-Konzerne in KI-Infrastruktur profitieren. So legen VAT (+1,4%), Comet (+1,6%) und AMS-Osram (+2,1%) gegen den Trend zu. Leicht im Plus sind am Dienstag auch Temenos (+0,3%). Am Vortag hatten die Titel im Vorfeld der Zahlenpublikation von heute Abend allerdings über 3 Prozent verloren.

Im breiten Markt verlieren auch Flughafen Zürich (-3,8% oder 8,40 Fr.) und Straumann (-0,6% oder 0,72 Fr.), die beide Ex-Dividende gehandelt werden (Flughafen: 8,50 Fr./ Straumann: 1,00 Fr.). Der Abwärtstrend bei den PS von Lindt & Sprüngli (-2,8%) geht derweil unvermindert weiter, wobei ein negativer Kommentar von Goldman Sachs zusätzlich belastet.

Berichtsaison nimmt Fahrt auf
Weiter richtet sich die Aufmerksamkeit im Tagesverlauf auf die Veröffentlichung der US-Detailhandelsumsätze am Nachmittag. Diese dürften vor allem aufgrund der gestiegenen Energiepreise höher ausfallen, während die Kernrate laut Analysten unter Druck stehen dürfte.

Neben den geopolitischen Entwicklungen und Konjunkturdaten rückt in den kommenden Tagen die Berichtsaison für das erste Quartal verstärkt in den Mittelpunkt. In der Schweiz legen mehrere Schwergewichte wie ABB, Nestlé, Roche und Holcim Quartalszahlen offen. Insbesondere von den zukunftsgerichteten Aussagen erhoffen sich die Anleger Hinweise zum konjunkturellen Umfeld. (awp/mc/ps)

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