CH-Schluss: Wenig verändert vor Feiertag

CH-Schluss: Wenig verändert vor Feiertag

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Mittwoch mit wenig veränderten Kursen beendet. Nach einer insgesamt eher leicht negativen Entwicklung bis am frühen Nachmittag stiess der hiesige Markt mit der positiven Eröffnung der US-Börsen am Nachmittag in die Pluszone vor, büsste den Grossteil der Gewinne am Schluss aber wieder ein. Händler sprachen von einem insgesamt wenig bewegten Tag. «Die Volumina waren wegen der Ferienzeit und wegen des bevorstehenden 1. August-Feiertages sehr gering», sagte ein Händler.

Dazu hätten sich die Anleger im Vorfeld der am Abend stattfindenden Zinssitzung der US-Notenbank Fed nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen wollen. Vor diesem Hintergrund sei alles andere zweitrangig, hiess es etwa. Erwartet werden aus den USA neue Hinweise, ob und wann die Billiggeld-Flut zur Stützung der Wirtschaft abebben könnte. Die Märkte seien zwar mittlerweile davon überzeugt, dass das Fed das Wertpapierprogramm drosseln werde. Ein expliziter Hinweis darauf könnte aber für Turbulenzen sorgen, meinte ein Händler.

Der Swiss Market Index (SMI) stand zum Handelsschluss 0,13% höher bei 7’820,43 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte derweil 0,03% auf 1’196,73 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,13% auf 7’398,59 Punkte zu. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 17 im Minus, 12 im Plus und einer (Swiss Life) unverändert.

Für einmal bewegten sich die grosskapitalisierten Werte deutlich auseinander. Klar grösster Verlierer bei den Top-Werten waren fast den ganzen Tag die Genussscheine von Roche (-1,5%). Die Verkäufe wurden im Handel vorwiegend auf die wieder aufgeflammten Gerüchte um ein Übernahmeangebot für das US-Biopharma-Unternehmen Alexion zurückgeführt. Solche Spekulationen waren vor rund zwei Wochen erstmals aufgekommen. Ein solcher Deal könnte extrem teuer werden, heisst es dazu in Marktkreisen.

Unter den grössten Gewinnern waren auf der anderen Seite Nestlé (+1,1%) zu finden. Fundamentale News dazu gab es zwar keine, der Nahrungsmittelmulti wird aber nächste Woche seine Halbjahreszahlen veröffentlichen. Gewisse Marktteilnehmer sehen nach den guten Zahlen des Konkurrenten Danone nun ein wenig Aufholpotential nach der schwachen Performance der Nestlé-Aktie in den letzten Wochen. Das dritte SMI-Schwergewicht Novartis bewegte sich mit einem Plus von 0,5% dazwischen.

Grösster Gewinner unter den Top 30 waren zum Handelsende Richemont (+1,5%). Aber auch Julius Bär (+1,1%), Holcim (+0,9%) oder Actelion (+0,8%) standen weit oben. Letztere gab nachbörslich die geplante Akquisition von Ceptaris Therapeutics bekannt. Am Schluss der Tabelle waren neben Roche noch Sika (-1,1%), SGS (-0,9%) oder Schindler PS (-0,8%) zu finden.

Unter den Grossbanken hielten sich UBS (+0,4%) deutlich besser als CS (-0,4%). Händler sprachen von weiteren Umschichtungen zugunsten der UBS. Die grösste Schweizer Bank hatte am Vortag gute Quartalszahlen und eine weitere Stärkung der Kapitalisierung bekannt gegeben und über 2% zugelegt. In der Folge haben Morgan Stanley, Nomura und Helvea das Kursziel leicht nach oben angepasst, bei unveränderter Einstufung ‹Overweight›, ‹Buy› bzw. ‹Accumulate›.

Clariant notierten nach phasenweise positiven Kursen zum Schluss 0,3% im Minus, dies nach einem Vortagesplus von knapp 3%. Barclays hat das Kursziel für die Aktie des Spezialitätenchemie-Konzerns im Anschluss an die am Vortag publizierten Quartalszahlen leicht erhöht. Clariant könne sich dem Negativ-Trend anderer Branchenachbarn entziehen, hiess es etwa zur Begründung.

Im breiten Markt fielen Dufry (-2,5%) nach Zahlen zurück. Der Halbjahresumsatz lag zwar am oberen Ende der Erwartungen, die Gewinnziffern hingegen eher am unteren Ende. Die Ergebnisse wurden in ersten Einschätzungen denn auch als gemischt bezeichnet. Noch etwas schwächer – ebenfalls nach Zahlen – notierten APG (-5,9%).

LLB (+5,2%) dagegen profitierten von einer Einigung mit den US-Behörden in der Steuerfrage, auch wenn diese erst den liechtensteinischen Teil des Instituts betraf. Von guten Halbjahreszahlen bzw. positivem Ausblick getragen legten Vontobel (+2,5%) und Weatherford (+2,0%) zu. Looser (+1,5%) vermeldete eine Akquisition, die ebenfalls positiv aufgenommen wurde. (awp/mc/upd/ps)

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