CH-Schluss: Klare Verluste nach neuem Rekordhoch am Morgen

CH-Schluss: Klare Verluste nach neuem Rekordhoch am Morgen

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit klar tieferen Kursen aus der Sitzung gegangen. Nach einem freundlichen Beginn und einem neuen Jahreshoch bei 8’971 rutschte der SMI in der Folge bis auf eine kurze Zeit am Nachmittag kontinuierlich nach unten. Geprägt war das Geschehen einerseits von den Daten zum Wirtschaftswachstum in der Eurozone. Dieses hat sich im dritten Quartal kaum belebt, was den Druck auf die nationalen Regierungen und die EZB, das magere Wachstum anzukurbeln, weiter hochhält. Andererseits herrschte angesichts des aktuellen Rekordniveaus und des am Wochenende anstehenden G-20-Gipfels in Australien eine gewisse Zurückhaltung.

Die am Nachmittag publizierten Konjunkturdaten aus den USA fielen tendenziell freundlich aus, vermochten den hiesigen Aktien aber keine Impulse mehr zu verleihen. Unter anderem ist das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren gestiegen. Die US-Börsen zeigten sich darauf in der Eröffnungsphase kaum verändert.

Der Swiss Market Index (SMI) gab um 0,44% auf 8’915,31 Punkte nach. Im Wochenvergleich ergab sich dennoch ein Plus von 1,1%. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,52% auf 1’317,63 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,43% auf 8’768,27 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 23 im Minus, 6 im Plus und Richemont unverändert.

Die deutlichsten Avancen verzeichneten zum Schluss Sonova (+0,9%), dies nachdem der Titel am Vortag nach Zahlen eines Konkurrenten 2,5% eingebüsst hatte. Der Hörgerätehersteller dürfte weitere Marktanteile gewonnen haben, so dass die Warnung der Konkurrenz nicht wirklich überraschen gekommen sei, hiess es dazu am Freitag in Marktkreisen. Sonova wird am kommenden Montag die eigenen Halbjahreszahlen präsentieren.

Auch Bâloise (+0,7%) gehörten zu den wenigen Gewinnern. Der Versicherer hat im Rahmen einer Zwischenmitteilung solide Angaben zur Entwicklung des Geschäftsvolumens in den ersten neun Monaten publiziert und mit einer kräftig gesteigerten Solvabilität überzeugt. Die Prämieneinnahmen blieben jedoch etwas hinter den Vorgaben der Analysten zurück. Unterstützung erhielt das Papier von Spekulationen über eine mögliche Sonderdividende.

Die Mehrheit der Aktien gab allerdings nach, am stärksten Julius Bär (-3,0%), ebenfalls nach der Präsentation eines Zwischenberichts. Während die verwalteten Vermögen nach zehn Monaten im Geschäftsjahr 2014 leicht unter den Erwartungen ausgefallen sind, wurden am Markt vor allem die verlangsamten Netto-Neugeldzuflüsse wie auch die Ankündigung eines gestiegenen Rückstellungsbedarfs kritisiert. Grundsätzlich waren die Kommentare zu den Resultaten aber eher freundlich.

Mit Swiss Life (-2,4%) gehörte ein weiterer Finanzwert zu den am tiefsten im roten Bereich stehenden Aktien. Auslöser dafür war der deutsche Konkurrent Talanx, der am Vortag seine Beteiligung in Höhe von gut 5% an Swiss Life zu einem Preis von 217 CHF je Titel veräussert hat.

Von den weiteren Finanzwerten gaben UBS (-0,3%) und CS (-0,1%) etwas nach, wogegen Swiss Re und Zurich (je +0,3%) knapp im Plus landeten.

Weiter büssten Aktien wie Actelion, Transocean (je -2,4%), Lonza (-2,0%), Holcim (-1,2%) oder ABB (-0,8%) klarer an Terrain ein. ABB wurden dabei von einer Abstufung durch das amerikanische Institut Morgan Stanley auf „Equal-Weight“ etwas gebremst. Der zuletzt vermeldete Anstieg beim Auftragseingang sei zwar zu begrüssen, hiess es zur Begründung, es gelte aber zu berücksichtigen, dass die Konsensprognosen beim Umsatz 2015 bereits bei knapp 42 Mrd USD lägen, während der Auftragsbestand lediglich 27 Mrd betrage.

Im breiten Markt zogen Logitech um 1,1% an. Der Computerzubehörhersteller hat mit mehrmonatiger Verspätung seine Geschäftszahlen 2013/2014 bei der US-Börse eingereicht. Wegen Buchhaltungsfehlern korrigierte das Unternehmen frühere Geschäftsergebnisse. Zwar gab es Gewinnverschiebungen zwischen den einzelnen Jahren, in der Summe jedoch hat sich kaum etwas verändert. Nun würden sich die Unsicherheiten bezüglich der Zahlen verflüchtigen, hiess es am Markt. Auch die Dividendenerhöhung um einen Viertel helfe den Papieren.

Nach Neunmonatszahlen schlossen auch die Aktien der Immobiliengesellschaft PSP Swiss Property (+0,7%) etwas höher; sehr deutlich war das Plus bei Repower (+5,6%), nachdem das Energieunternehmen einen Stromliefervertrag mit Hotels in Pontresina abgeschlossen hat. (awp/mc/pg)

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