CH-Schluss: Verluste – Banken und Zykliker mehrheitlich schwach

CH-Schluss: Verluste – Banken und Zykliker mehrheitlich schwach

Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt haben am Montag die Gewinnmitnahmen dominiert. Nach einem knapp gehaltenem Start rutschte der Leitindex SMI nach dem enttäuschend ausgefallenen deutschen Ifo-Index deutlicher ins Minus und markierte am frühen Nachmittag das Tagestief. Unter anderem hätten aber auch offensichtlich unterschiedliche Auffassungen Deutschlands und Frankreichs bei der Bankenregulierung und anhaltende Sorgen um das chinesische Wachstum dazu geführt, dass Investoren kurzfristig Gewinne einstrichen.

Auch die Lage in der Euro-Peripherie verschärfte sich nach den jüngsten Meldungen aus Griechenland wieder ein wenig. So sei das Athener Milliardenloch grösser als angenommen: Statt der kolportierten Finanzierungslücke von 10 Mrd EUR benötigen die Hellen gemäss Pressberichten gut das Doppelte. Investoren zeigten sich zudem von der Entwicklung in Spanien und Portugal bedrückt. So lasse sich die Regierung Rajoy mit einem Hilfsantrag zur Schuldenfinanzierung Zeit und in Portugal hat man nach Massenprotesten einen Rückzieher bei den Sparbeschlüssen signalisiert.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss aber – dank etwas anziehenden Kursen gegen Handelsschluss – nur 0,13% tiefer bei 6`597,22 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,32% auf 988,42 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,16% auf 6`101,60 Punkte.

Unter Druck standen am Berichtstag vor allem Zykliker und Finanztitel. Lonza (-2,4%), Schindler (-1,6%), Geberit (-1,3%) und Adecco (-1,2%) standen so ganz oben auf der Verkaufsliste. Nach den jüngsten Nachrichten zur Euro-Schuldenkrise verloren ausserdem die Grossbanken-Titel CS und UBS 2,0% bzw. 1,1%. Julius Bär-Papiere (+0,1%) drehten dagegen kurz vor Handelsschluss in die Gewinnzone. Presseberichten zufolge will die Privatbank beim von Merrill Lynch zu übernehmenden internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft 30 bis 40% der Stellen streichen. Die Versicherern schlossen die Sitzung allesamt mit schwächeren Notierungen, grösste Verlierer bei der Branche waren Swiss Life mit minus 2,1%.

Die defensiveren Titel profitierten nur teilweise von der eingetrübten Marktstimmung. Ein positives Bild gaben Novartis-Papiere, die sich nach der Bekanntgabe von positiven Studiendaten um 0,6% verteuerten. Roche-Genussscheine dagegen verloren 0,2%, trotz einer leichten Kurszielerhöhung durch Exane BNP Paribas. Die Basler werden am Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) Daten zu mehr als 13 Prüfpräparaten und bereits zugelassenen Produkten präsentieren. Nestlé als drittes Schwergewicht büssten 0,1% ein.

Der weltgrösste Agrarchemiekonzern Syngenta (Aktien unv.) erhöhte sein langfristiges Umsatzziel. Neu peilt dieser bis 2020 für die acht wichtigsten Nutzpflanzen einen Jahresumsatz von 25 Mrd USD an. Zuvor war Syngenta davon ausgegangen, bis Ende des Jahrzehnts auf einen Umsatz von 22 Mrd zu kommen. Bereits im Mai hatte Syngenta das Umsatzziel bei Mais und Getreide erhöht. Die Investoren zeigten sich aber unentschlossen.

Transocean hat vom brasilianischen Mineralölkonzern Petrobras Schützenhilfe bekommen, das Ölförderverbot in Brasilien zu kippen. So suchen Anwälte von Petrobras nach rechtlichen Möglichkeiten, um das Verbot aufzuheben. Die volatilen Papiere beendeten die Sitzung an der SMI-Spitze mit plus 3,1%.

Die SLI-Neulinge SPS (-0,4%) und Sulzer (-0,7%) profitierten nicht von der Aufnahme in den Index. Da die Anpassungen bereits im Juli kommuniziert wurden, hätten die Anleger ihre Neugewichtung bereits in den vergangenen Wochen vollzogen, so ein Marktexperte. Die aus dem Index ausgeschlossenen Logitech (-2,5%) und Nobel Biocare (+0,1%) schlossen uneinheitlich.

Bei den Nebenwerten lagen die Aktien der Backwarengruppe Aryzta (-3,0%) nach Zahlen deutlich unter Druck. Der Ausblick sei enttäuschend ausgefallen, hiess es. Dufry (Aktie -1,1%) befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen für die Übernahme von 51% an Hellenic Duty Free. Trotz der Risiken in Griechenland betrachten Analysten den Schritt als positiv.

DKSH schlossen 2,4% tiefer. Mitglieder des DKSH-Managements verkauften nach Ablauf der im Rahmen des Börsengangs festgelegten Verkaufssperre insgesamt rund 520`000 Papiere. Seit dem Börsengang im März 2012 legten die Papiere aber um rund 10% zu.(awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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