CH-Schluss: Pharmatitel bremsen SMI

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Gründonnerstag etwas tiefer geschlossen. Nach einem animierteren Frühgeschäft pendelte der SMI am Nachmittag mehr oder weniger seitwärts um die Nulllinie, ehe gegen Handelsende die Pharmaschwergewichte ihre anfänglichen Verluste noch etwas ausbauten. Gestützt wurde der Gesamtmarkt von den nach Zahlen starken Nestlé. Eher enttäuschende Daten zu den Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone bewegten die hiesigen Aktien dagegen kaum.

Vor dem langen Osterwochenende sei einerseits die Risikobereitschaft der Investoren begrenzt gewesen und andererseits seien viele Marktteilnehmer bereits in die Feiertage verschwunden, hiess es in Marktkreisen zum insgesamt flauen Börsengeschehen. Ausserdem befinde sich der hiesige Leitindex weiterhin nur knapp unter seinem Allzeithoch von vor gut einer Woche; und somit sei das Aufwärtspotential beschränkt. Die am Nachmittag in den USA publizierten Konjunkturdaten hinterliessen bei den hiesigen Aktien ebenfalls kaum Spuren. Aufgefallen ist allenfalls noch die anhaltende Stärke des Frankens gegenüber beiden Leitwährungen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,26 Prozent tiefer bei 9’571,22 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich ein Plus von 0,9 Prozent. Der breite Swiss Performance Index (SPI) gab 0,14 Prozent auf 11’479,28 Punkte nach, wogegen der Swiss Leader Index (SLI) wegen der begrenzten Gewichtung der Schwergewichte um 0,03 Prozent auf 1’507,23 Punkte minimal anzog. Von den 30 wichtigsten Aktien gingen zwei Drittel höher aus dem Handel.

Für das Minus des SMI waren insbesondere die Pharmaaktien Novartis (-2,2%) und Roche (-1,1%) verantwortlich. Als Grund dafür sahen Beobachter Unsicherheiten wegen der politischen Diskussionen in den USA um einen möglichen Systemwechsel im Gesundheitswesen, welcher die Vergütungen der Pharmaunternehmen beschneiden könnte.

Die grössten Verluste wiesen allerdings die seit dem Börsenstart der vergangenen Woche stets volatilen Alcon (-3,4%) auf. Sie lagen damit aber immer noch leicht über dem Niveau des allerersten Kurses von 55 Franken.

Hauptthema des Tages waren Nestlé (+0,8%), welche den SMI vor einem stärkeren Rückfall bewahrten. Der Nahrungsmittelmulti hat mit seinem Wachstum im ersten Quartal die Erwartungen übertroffen. Auch gegenüber den Konkurrenten machte Nestlé damit eine gute Figur. Analysten sahen in Nestlés Quartalswachstum ein weiteres Zeichen dafür, dass der Turnaround auf gutem Kurs ist. Wermutstropfen waren die schwache Entwicklung beim Wassergeschäft sowie in der Division AOA.

Der zweite Blue Chip mit Zahlen, Lonza (+2,2%), beendete die Sitzung gar als Tagessieger. Zwar löste der am Morgen vorgelegte Zwischenbericht bei Analysten keine Begeisterungsstürme aus, denn die (konservativen) Jahresziele für 2019 wurden nicht – wie teilweise erhofft – erhöht. Nach den Abgaben der vergangenen Woche kam es aber zu einer Gegenbewegung.

Nennenswerte Avancen verzeichneten darüber hinaus Julius Bär (+2,1%), LafargeHolcim (+1,3%) oder Adecco (+1,3%).

Die Aktien der Schmuck- und Uhrengruppen Swatch (-0,8%) und Richemont (+0,4%) zeigen sich uneinheitlich. Die am Morgen publizierten Daten zu den Schweizer Uhrenexporten im März sind erneut über den Erwartungen ausgefallen. Doch es sind vor allem die teuren Uhren, die gefragt waren, wovon der Genfer Luxusgüterkonzern mehr profitiert als Swatch.

Im breiten Markt fielen GAM (+9,1%) mit einem massiven Anstieg auf. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete am Nachmittag, dass das Finanzinstitut über Investmentbanken nach einem Käufer für sich selbst suche. Bereits am Vortag hatten die Titel dank eines guten Zwischenberichts einen grossen Sprung um über 15 Prozent nach oben gemacht.

Die Aktien des Biotech-Unternehmens Idorsia (-0,8%) büssten nach Quartalszahlen etwas an Terrain ein, dagegen erhielten Stadler (+1,8%) von einem Auftrag aus Finnland Rückenwind. Die Aktie bewegt sich seit dem Börsengang von vergangener Woche relativ stabil um mehr als 10 Prozent über dem Ausgabepreis von 38 Franken. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

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