CH-Schluss: Deutlich schwächer – Konjunktursorgen belasten

CH-Schluss: Deutlich schwächer – Konjunktursorgen belasten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch über Tagestief deutlich schwächer geschlossen. Belastet worden sei der Markt durch Konjunktursorgen, denn sowohl aus China als auch in Europa haben Wirtschaftsdaten enttäuscht, hiess es im Handel. Seit dem vergangenen Freitag, als der Index um 1,25% nachgegeben hatte, verlor der Leitindex SMI bis Ende des Berichtstages um rund 180 Zähler, konnte aber die Marke von 8’300 Punkten zum Schluss verteidigen.

Die Sorgen um die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft seien grösser geworden, sagten Händler weiter. So ist an der Börse in Schanghai erneut ein Unternehmensbond vom Handel ausgesetzt worden; am vergangenen Freitag war erstmals ein grösseres chinesisches Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Zu Wochenbeginn hatten zudem die Exportdaten aus China enttäuscht. Auch ist in der Eurozone die Industrieproduktion zum Jahresanfang überraschenderweise geschrumpft. Zusätzlich zu den Konjunktursorgen bleibt die Krim-Krise mit Blick auf das anstehende Referendum ein latenter Unsicherheitsfaktor.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,59% tiefer auf 8’310,36 Punkten (Tagestief: 8’276). Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) sank um 0,60% auf 1’280,79 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,65% auf 8’051,23 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 24 im Minus, fünf im Plus und Holcim unverändert.

Im schwachen Börsenumfeld stachen bei den Blue Chips die Aktien des Personaldienstleisters Adecco mit Gewinnen von 4,5% heraus. Adecco hatte das Jahr 2013 mit über Erwarten guten Ergebnissen abgeschlossen und war im vierten Quartal erstmals seit längerem wieder (organisch) gewachsen. Zudem wurde die Dividende erhöht und im Ausblick zeigte sich das Management bezüglich der Mittelfristziele zuversichtlich. Allerdings sei das Erreichen des EBITA-Ziels bereits im laufenden Jahr nicht realistisch, erklärte CEO Patrick De Maeseneire.

Auch die Aktien des Rückversicherers Swiss Re (+0,4) gaben zu Reden und schlossen entgegen dem Markttrend etwas höher. Allerdings waren die Gewinne im Verlauf des Vormittags stark zurückgekommen. Kurz nach Eröffnung avancierten die Titel noch um bis zu 6%. Auslöser für die Aufschläge waren Gerüchte um einen möglichen Einstieg der Agnelli-Familie als Grossaktionärin. Swiss Re dementierte die Gerüchte, man stehe mit der Agnelli-Familie nicht im Gespräch, hiess es. Mit diesem Dementi bröckelten die Gewinne weitestgehend ab.

Weitere Ausnahmen waren die konjunktursensitiven Sika und ABB (je +0,5%) sowie Holcim (unv.) als auch die defensiven Swisscom (+0,3%). Zu keinem dieser Titel lagen allerdings News vor.

Die übrigen Blue Chips schlossen alle im Minus. Mit Blick auf die Konjunktursorgen in China waren es vor allem konjunkturabhängige Titel wie Dufry ( -3,2%), Transocean (-2,7%), Clariant (-2,2%), Schindler (-1,7%) oder die Luxusgüter-Aktien Richemont (-1,9%) und Swatch (-1,4%), die deutlicher an Wert verloren. Dufry legen zudem am Donnerstag den Abschluss vor. Deutlicher nach unten ging es aber auch für die Biopharma-Werte Actelion (-1,5%) und die Vermögensverwaltungstitel Julius Bär (-1,3%).

Die defensiven Index-Schwergewichte Roche (-0,5%) sowie Novartis und Nestlé (je -0,7%) gaben ebenfalls nach.

Im breiten Markt verloren Kaba (-3,4%) nach Halbjahreszahlen stark an Wert. Zwar übertraf das im Bereich Sicherheitstechnologie tätige Unternehmen mit dem Umsatz die Erwartungen leicht, die Gewinnzahlen lagen aber auf allen Ebenen unter den Schätzungen.

Demgegenüber avancierten Cicor (+3,4%) nach Jahreszahlen. Das Unternehmen steigerte das operative Ergebnis, musste aber wie erwartet einen Gewinnrückgang hinnehmen. Trotzdem soll eine zum Vorjahr unveränderte Dividende ausgeschüttet werden. Die Titel der Walliser Kantonalbank (+0,4%) legten mit steigenden Gewinnzahlen und einer höheren Dividende ebenfalls zu.

Deutlich unter Druck standen derweil BPG (-14%) und Leclanché (-8,0%). Auf der Gegenseite kletterten Schlatter-Aktien (+8,0%) markant vor den Jahreszahlen am Donnerstag. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

 

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