CH-Schluss: Aufwärtstrend setzt sich fort – Swatch legen zu

CH-Schluss: Aufwärtstrend setzt sich fort – Swatch legen zu

Zürich – Der Aufwärtstrend im Schweizer Aktienmarkt hat sich auch zu Beginn der dritten Woche im neuen Jahr fortgesetzt. Der Leitindex SMI ist dabei am Montag erstmals seit September 2008 über die Marke von 7’200 Punkte geklettert und lag auch zum Handelsschluss über dieser Schwelle. Damit hat der Index seit Jahresbeginn rund 380 Punkte hinzugewonnen. Finanztitel und einige Zykliker liessen sich zu Wochenstart besonders von der freundlichen Stimmung an den internationalen Börsen anstecken und gewannen weiter an Wert hinzu.

Mit ein Grund für den derzeit guten Börsenverlauf sei der positive Start in die US-Berichtssaison, sagten Händler. Am Montag wurden zwar kaum neue Geschäftszahlen zum vergangenen Jahr veröffentlicht, allerdings seien die Anleger mit Blick auf den weiteren Verlauf der Saison optimistisch eingestellt. Im Laufe der Woche wird von Seiten verschiedener US-Banken mit positiven Ergebnisüberraschungen gerechnet. Als weitere Kurstreiber sehen Händler die weltweiten Aufhellungen am Konjunkturhimmel. Zudem beruhige die EZB mit ihrer Geldpolitik in der Euro-Schuldenkrise die Märkte.

Der SMI gewann bis Börsenschluss 0,20% auf 7’202,52 Punkte hinzu. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,40% auf 1’104,41 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,23% auf 6’634,68 Punkte. Gewinner und Verlierer hielten sich mehr oder weniger die Waage: Unter den 30 wichtigsten Titeln waren am Ende 13 Gewinner und 17 Verlierer zu finden.

Die Aktien des weltgrössten Uhrenherstellers Swatch Group beendeten den Tag mit einem Plus von 4,2% als Tagessieger. Swatch hat die Übernahme der Schmuck- und Uhrenmarke Harry Winston bekanntgegeben. Analysten sprachen von einem interessanten Deal, denn Swatch sei es damit gelungen, ihre Position im Hochpreis- und Schmucksegment zu verbessern. Mit der geplanten Zusammenarbeit des nicht übernommenen Diamantenförder-Aktivitäten von Harry Winston verschaffe sich der Konzern zudem langfristig möglicherweise auch Zugang zum Diamanten-Markt. Die Papiere des Branchennachbarn Richemont (+1,1%) gehörten ebenfalls zu den Gewinnern.

Ohne fundamentalen Nachrichten kletterten die Papiere des Lifescience-Konzerns Lonza (+3,8%) in die Höhe. Derweil verteuerten sich Transocean um 2,9%. Beim Ölbohrkonzern Transocean liess der Einstieg des amerikanischen Multi-Milliardärs Carl Icahn den Kurs in die Höhe steigen. Gemäss einer am Sonntag publizierten Offenlegungsmeldung kontrolliert Icahn knapp 3,3%. Dies animierte andere Marktteilnehmer ebenfalls zuzukaufen.

Bei den Finanzaktien gewannen CS (+2,0%), Swiss Life (+1,3%), UBS (+1,1%) oder Julius Bär (+0,9%) deutlich an Wert. Die Avancen der Grossbanken dürften mit den anstehenden Zahlen der US-Institute Goldman Sachs und JP Morgan am Mittwoch sowie der Bank of America und Citigroup am Donnerstag im Zusammenhang stehen.

Auf der Gegenseite verloren Clariant mit 2,0% am meisten. Der Chemiekonzern hat die französische CRM International übernommen und baut damit das Portfolio der Geschäftseinheit Industrial & Consumer Specialties (ICS) aus. Der Kursrückgang dürfte allerdings nicht auf den Zukauf, sondern auf eine Rückstufung durch HSBC zurückzuführen sein. Die Analysten senkten das Rating zu Clariant und auch für Aromenspezialisten Givaudan (Aktie -0,5%) je auf ‹Underweight›.

Weitere Verlierer hiessen SPS (-1,2%), Swiss Re (-0,8%), ABB oder Syngenta (je -0,7%). Die grosskapitalisierten Werte notierten dagegen uneinheitlich. Während Novartis 0,3% hinzugewannen, verloren Roche 0,3% und Nestlé büssten 0,2% ein.

Im breiten Markt gehörten Cytos mit einem Plus von 16% zu den besten Werten. Der Titel profitierte von spekulativen Käufen, bereits am Freitag legte er um über 10% zu. Grössere Gewinne gab es ausserdem u.a. für Kudelski (+4,0%), Bachem (+4,1%) oder erneut Precious Woods (+5,7%). Letztere sind mit +110% bisheriger Bestformer am Schweizer Aktienmarkt 2013. (awp/mc/upd/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.