CH-Schluss: SMI mit leichten Verlusten – EZB hält Kurs

Boerse

Zürich – Die Schweizer Börse hat den Donnerstagshandel mit leichten Verlusten beendet. Konjunkturdaten, EZB-Entscheidung und ein verhaltener US-Handel gaben die Richtung vor. Der Schweizer Leitindex SMI hatte im Tagesverlauf allerdings mehrfach das Vorzeichen gewechselt. Nach den Gewinnen vom Mittwoch hätten sich die Anleger etwas zurückgehalten, hiess es.

Die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgte nur kurzfristig für Impulse. Die Notenbank hat die Zinsen wie erwartet unverändert belassen und auch Änderungen beim Notkaufprogramm sind nicht geplant. Die Konjunktur wird etwas weniger pessimistisch bewertet. Es sei aber nach wie vor reichlich geldpolitische Unterstützung notwendig und die Wachstumsrisiken blieben nach unten gerichtet, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde. In den USA haben sich die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf hohem Niveau stabil gezeigt und die Erzeugerpreise fielen nicht so stark wie befürchtet.

Der SMI schloss 0,18 Prozent tiefer auf 10’387,44 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, verlor 0,14 Prozent auf 1’576,67 und der breite SPI 0,19 Prozent auf 12’889,53 Punkte. Von den 30 SLI-Titel schlossen 20 im Minus, neun im Plus und einer (Julius Bär) unverändert.

Gewinnmitnahmen belasteten vor allem jene Aktien, die am Vortag stark zugelegt haben, heisst es. So wurden bei Swisscom (-1,5%) ein Teil der Gewinne vom Vortag wieder ausradiert.

Auch bei Swiss Re (-2,2%), die in den vergangenen Tagen überdurchschnittlich zugelegt hatten, sei ein Teil der Ernte eingefahren worden, heisst es. Andere Versicherungen und Banken wie Swiss Life (-1,1%) und UBS (-0,5%) gaben ebenfalls ab, CS und Zurich (je -0,1%) schlossen kaum verändert. Partners Group (-1,1%) verloren trotz einer Kurszielerhöhung durch Julius Bär ebenfalls deutlicher.

Zu den grössten Verlierern im SMI/SLI zählten auch Zykliker wie Geberit (-1,2%), Schindler (-0,8%) oder Kühne+Nagel (-0,7%).

Die Schwergewichte büssten allesamt ein. Die Papiere des Lebensmittelkonzerns Nestlé (-0,3%) drehten zum Handelsschluss ins Minus. Das Unternehmen hat Investitionen in China angekündigt.

Die Novartis-Aktie (-0,1%) konnte nicht von einer Hochstufung profitieren: Die UBS hat die Einstufung auf „Buy“ von „Neutral“ erhöht. Die Roche-Genussscheine (-0,5%) schlossen ebenfalls tiefer. Der Konzern hatte positive Studienergebnisse zu einem Medikament gegen eine seltene Autoimmunerkrankung veröffentlicht.

Stärkster Wert unter den Blue Chips waren Richemont (+4,3% auf 64,10 Fr.). Goldman Sachs hat das Kursziel für den Uhren- und Schmuckkonzern auf 78 von 76 Franken erhöht und das Rating „Buy“ bestätigt. Davon wurden auch die Titel des Branchennachbarn Swatch (+1,3%) gestützt. Ebenfalls fester gingen die Aktien von AMS (+1,5%), Sonova (+1,4%), Temenos (+0,7%) und Adecco (+0,6%) aus dem Handel.

Am breiten Markt legten Dufry (+9,4%) stark zu. Der Reisedetailhandelskonzern will zur geplanten Übernahme von Hudson das Kapital um 500 Millionen Franken erhöhen. Für Dufry sei die Wiedereingliederung von Hudson sinnvoll, da damit erheblich Kosten eingespart werden könnten, hiess es bei der ZKB. Händler erklärten sich die Gewinne zudem auch damit, dass Dufry neben dem Kaufpreis zusätzlich benötigte Liquidität von rund 200 Millionen Franken für das Geschäft im kommenden Jahr erhält.

Die Aktien des Flughafen Zürich stiegen um 0,6 Prozent. Der grösste Schweizer Airport hat im August zum Vormonat mehr Starts und Landungen verzeichnet. Nachbörslich gab der Flughafen zudem einen Rückgang der Passagierzahlen zum Vorjahr von rund 77 Prozent bekannt.

Deutliche Abgaben wiesen auch Zwahlen&Mayr (-6,3%), Coltene (-3,6%) oder Lalique (-3,3%) auf, während Arundel (+10%), Perrot Duval (+6,5%) oder Arbonia (+6,0%) oben kräftiger zulegten. (awp/mc/ps)

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