CH-Schluss: Etwas Fester – Geberit und Straumann ernten Zuspruch

CH-Schluss: Etwas Fester – Geberit und Straumann ernten Zuspruch

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag fester geschlossen. Das Leitbarometer SMI oszillierte in einem engen Kursband von nur etwa 40 Punkten. Die Handelsvolumen blieben unterdurchschnittlich, nachdem sie an den beiden Vortagen über dem Schnitt lagen. Grössere Impulse blieben am Berichtstag aus. Einige volkswirtschaftliche Angaben aus der Eurozone wie auch aus Übersee boten keine Kursstimuli.

Die Ausführungen der US-Notenbank Fed am Vortag lieferten den Marktakteuren ferner kaum Orientierungspunkte. Aussagen zum Zustand der US-Wirtschaft hatten die Investoren etwas ratlos zurückgelassen, hiess es im Handel. Anleger kritisierten vor allem den Mangel an Klarheit der Fed-Aussagen. Im Schweizer Blue-Chip-Tableau überwogen bis Marktschluss die Gewinner. Gesucht waren vor allem die Valoren des Sanitärtechnik-Konzerns Geberit nach Publikation der Zahlen zu den ersten neun Monaten 2013.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,07% im Plus auf 8’234,29. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,30% auf 1’255,67, während der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,13% auf 7’829,04, zulegte. Von den 30 wichtigsten Titeln notierten 19 im Plus, zehn im Minus und einer unverändert.

Geberit (+7,4%) ernteten im Nachgang der Publikation der 9-Monatszahlen viel Zuspruch. Sie waren besser als erwartet ausgefallen. Analysten beurteilten den Leistungsausweis als «überzeugend» oder gar «beeindruckend». Bedeckt hielt sich das Management für das Jahr 2014. Es sei noch zu früh für Äusserungen irgendwelcher Art, sagte CEO Albert Baehny an einer Telefonkonferenz.

Bei den Zyklikern waren auch Adecco (+2,8%) rege gesucht. Sie standen wegen der überzeugenden Drittquartalszahlen des holländischen Konkurrenten Randstad im Fokus. Vertrauen ernteten auch Swatch (+0,4%), Transocean (+0,9%) und SGS (+0,5%).

Lonza (Aktien +1,4%) hat mit einem Business Update zum dritten Quartal ebenfalls überzeugt. Das Management des Lifesciencekonzerns blieb optimistisch und hat die Ziele 2013 bekräftigt. Das Unternehmen sei mit der Geschäftsentwicklung auf Zielkurs, hiess es bei Analysten.

Im oberen Bereich der Tabelle standen zudem UBS (+0,6%), die im Zuge der Q3-Publikation am Dienstag noch eine starke Kurskorrektur aufgewiesen hatten. Händler sprachen von einer Gegenbewegung nach dem Kurseinbruch. Einige Marktkenner halten gar einen Rebound von bis zu 5% für möglich. Auch CS (+0,2%) und Julius Bär (+0,5%) avancierten.

Clariant (+1,1%) wurden einen Tag nach Bekanntgabe der Resultate zum dritten Quartal von den Banken Société Générale, Nomura, Vontobel und Citigroup mit höheren Kurszielen versehen. Einzig Barclays tanzte aus der Reihe und senkte die Kurserwartung leicht. Die Bank begründete dies mit einer tieferen Schätzung für die Business Unit Catalysis & Energy.

Sika (-1,8%) erlitten ein Tag nach der Einsicht in die 9-Monataszahlen hingegen Einbussen. Als Grund sahen Marktexperten Gewinnmitnahmen. Die UBS hatte die Titel derweil mit «Buy» bewertet und ein höheres Kursziel verliehen.

Die schwergewichtigen Nestlé notierten unverändert. Zuvor litten sie unter den enttäuschenden Umsatzzahlen des französischen Kosmetikherstellers L’Oréal, an dem Nestlé eine Beteiligung von rund 30% hält. Novartis verloren hingegen 0,7%, während Roche (+0,3%) Unterstützung von einer Studie des US-Brokers Goldman Sachs erhielten.

Am breiten Markt rückten Straumann (+4,6%) deutlich vor. Zwar haben die Umsatzzahlen zum dritten Quartal die Markterwartungen knapp verfehlt. Doch zeige das Unternehmen Stabilisierungstendenzen, wie Analysten urteilten. Die Aktien der Konkurrentin Nobel Biocare machten mit einem Plus von 1,7% ebenfalls Boden gut.

AFG (-5,1%) wurden derweil abgestraft. Der Bauzulieferer hatte am Vorabend die Umsatzguidance für 2013 gesenkt. Zudem gab AFG bekannt, die Restrukturierungsbemühungen zu beschleunigen.

Mikron (-1,5%) dämpfte ebenfalls die Erwartungen ans laufende Geschäftsjahr: Das Management rechnet für 2013 mit einem deutlich tieferen EBIT. Grund für den starken Rückgang seien Sonderkosten für ein Grossprojekt im Geschäftssegment Automation, hiess es. (awp/mc/upd/ps)

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