CH-Verlauf: SMI nimmt Rekordlauf wieder auf

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich zur Wochenmitte von seiner positiven Seite und der Leitindex SMI eilt von Rekord zu Rekord. Der Apple-Schock sei verdaut. Der Kursrückgang vom Vortag sei eine willkommene Konsolidierung auf hohem Niveau gewesen. Die Anleger liessen sich nicht aus der Ruhe bringen. „Natürlich bleibt das Coronavirus nicht ohne Folgen“, sagte ein Händler. Aber die Probleme würden nur als vorübergehender Engpass in der Lieferkette betrachtet. „Die Chinesen werden das im Laufe des Jahres wieder aufholen.“

Am Vortag hatte mit Apple ein weiteres Unternehmen davor gewarnt, dass es wegen des Coronavirus zu Produktionsstörungen und damit verbunden zu tieferen Umsätzen im 1. Quartal kommen dürfte. Da China die grösste Werkbank der Weltwirtschaft sei, seien sehr viele Firmen die in dem Land produzieren lassen oder auf Lieferanten aus dem Reich der Mitte angewiesen sind, davon betroffen. „Das ist eigentlich wenig überraschend“, sagte ein Händler. Wichtig sei, dass diese Rückstände wirklich aufgeholt werden könnten.

Der SMI notiert um 11.15 Uhr um 0,65 Prozent höher auf 11’218,83 Punkten. Bei 11’239,23 Zählern setzt der Leitindex eine neue Höchstmarke. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Werte enthalten sind, rückt um 0,55 Prozent vor auf 1’717,10 und der umfassende SPI um 0,59 Prozent auf deren 13’502,76. 24 der 30 SLI-Titel legen, 5 geben nach und 1 ist stabil.

Aus charttechnischer Sicht scheine der Markt überkauft. „Viele Aktien aus dem SMI und auch der Index selbst, notieren um 10 bis 20 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt“, sagte ein Händler. Der Markt könnte daher allem Optimismus zum Trotz auch einmal um 5 Prozent korrigieren. „Es könnten auch mehr sein, wenn die US-Wirtschaft deutliche Ermüdungszeichen – etwa im Konsum oder am Arbeitsmarkt – erkennen lassen würde.“

Daher stünden sowohl das Coronavirus als auch die Konjunkturzahlen weiter im Fokus der Anleger. Hinweise dazu erhoffen sich die Anleger von der um 20.00 Uhr anstehenden Veröffentlichung des Protokolls zur Sitzung der US-Notenbank vom 28./29. Januar.

Aktien, die am Vortag unter die Räder geraten waren, setzen derweil zu einer Erholung an. Vifor steigen um 1,7 Prozent. Der Pharmatitel hatte am Dienstag nach einer Verkaufsempfehlung 5,5 Prozent eingebüsst.

Auch Aktien aus dem zyklischen Bereich holen einen Teil der Vortageseinbussen auf: So ziehen die Aktien des Sanitärtechnikers Geberit (+1,5%), der Bauchemiefirma Sika (+1,5%) und des Logistikers Kühne+Nagel (+0,9%) an. Der Automationskonzern ABB gewinnt 0,6 Prozent an Wert.

Gewinne verzeichnen zudem die Aktien der Credit Suisse (+1,2%) und des Assetmanagers Partners Group (+0,9%). UBS (+0,2%) und die Versicherer Swiss Life (unv.), Swiss Re (unv.) und Zurich (0,1%) hinken dem Markt hinterher.

Gefragt sind defensive Werte: Die Genussscheine von Roche gewinnen 1,2 Prozent. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Pharmakonzern für Tecentriq bei Lungenkrebs die vorrangige Prüfung zugestanden. Lonza (+1,2%), Givaudan (+1,0%), Nestlé (+0,6%) und Novartis (+0,5%) reihen sich ebenfalls bei den Gewinnern ein.

Dagegen stehen Clariant (-1,2%) unter Druck. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen. Zudem hat Clariant-Chef Hariolf Kottmann in einem Interview einmal mehr die Möglichkeit einer grossen Firmentransaktion angesprochen. Sollte das Unternehmen dafür Geld brauchen, sollen die Aktionäre dafür herhalten. Händler befürchten, dass sich Clariant auf ein Abenteuer einlassen könnte.

Die Aktien des Softwareherstellers Temenos verlieren 1,4 Prozent und die des Halbleiterherstellers AMS 1,3 Prozent.

Am breiteren Markt gewinnen Valora 4,1 Prozent. Der Detailhandelskonzern hat ertragsmässig besser als erwartet abgeschnitten und stellt eine unveränderte Dividende in Aussicht.

Sulzer dagegen sinken um 1,7 Prozent. Der Anlagenbauer hat 2019 deutlich mehr Bestellungen hereingeholt und den Umsatz klar gesteigert. Für 2020 sieht der Konzern „trotz Coronavirus gute Aussichten“. (awp/mc/ps)

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