CH-Schluss: SMI legt mit Blick auf Entspannung im Handelsstreit zu

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag in einem erneut von Zurückhaltung geprägten Geschäft leicht zugelegt. Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten G20-Gipfel wagten sich die Anleger kaum aus der Deckung. Für leichten Aufwind sorgten Berichte, die auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China hindeuten.

Im japanischen Osaka treffen sich am Freitag und Samstag die Staatschefs der G20-Staaten, die insbesondere über das Thema Welthandel diskutieren werden. Im Fokus steht das Gespräch von US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping. Einem Pressebericht zufolge haben sich beiden Seiten auf eine Wiederaufnahme der festgefahrenen Handelsgespräche geeinigt. Auch sickerte durch, dass die chinesische Seite auf die Aufhebung der US-Strafzölle und der Blockade gegen den Telekomriesen Huawei pochen will.

Der Swiss Market Index (SMI) gewann bis Börsenschluss 0,22 Prozent auf 9’859,76 Punkte. Damit bleibt der Index noch einige Zähler von dem vor einer Woche bei 10’062 gesetzten Rekordhoch entfernt. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legte am Berichtstag um 0,32 Prozent auf 1’511,57 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,28 Prozent auf 11’914,67 Stellen zu. Von den 30 wichtigsten Aktien gewannen 18 hinzu und elf fielen zurück. Partners Group schlossen unverändert.

Gesucht wurden am Donnerstag unter anderem jene Titel, die von einer möglichen Waffenruhe im Handelsstreit profitieren könnten. So legten die Papiere der Uhrenkonzerne Swatch und Richemont um 2,3 bzw. 1,1 Prozent zu. China ist für die beiden Gruppen mit bekannten Marken wie Omega, Cartier oder IWC der wichtigsten Absatzmarkt.

Noch stärker zogen die Aktien des Sensorenherstellers AMS (+9,9%) an, nachdem es für sie bereits am Mittwoch steil nach oben ging. Auch hier beflügelte die Aussicht auf eine Entspannung im Handelsstreit. Ausserdem machten die Österreicher eine Zusammenarbeit mit der chinesischen Firma MEGVII im Bereich der künstlichen Intelligenz bekannt.

Auch zuletzt gute Nachrichten aus der Tech-Branche stützen AMS und andere Aktien aus dem Sektor wie Logitech (+1,1%). Am breiten Markt griffen Investoren bei Tech-Firmen wie U-blox (+3,2%) oder Kudelski (+5,1%).

Nach den Kursgewinnen des Vortages kletterten die Bankaktien weiter in die Höhe und stützten so den Gesamtmarkt. Credit Suisse legten um 2,2 Prozent, UBS um 1,3 Prozent und Julius Bär um 0,8 Prozent zu. Sie hatten in den Wochen zuvor unter der Aussicht auf weiter sinkende Zinsen in den USA und Europa gelitten. Zuletzt nahm jedoch US-Notenbankchef Jerome Powell diesen Fantasien wieder etwas Wind aus den Segeln.

Die Aktien von Swiss Re (-0,6%) kamen demgegenüber unter Druck. Der Rückversicherer hatte am Morgen Details zum geplanten Börsengang der Tochter ReAssure präsentiert, die im Handel als leise Enttäuschung aufgefasst wurden. Am Markt sei man von einem höheren Börsenwert für die Tochter ausgegangen, hiess es.

Weiter wurden mit Givaudan (-2,5%) und Roche (-0,4%) defensive Börsenvertreter gemieden. Bei Givaudan wurde dabei auf die Gewinnwarnung des Konkurrenten Chr. Hansen als Belastungsfaktor verwiesen.

Zu deutlichen Kursbewegungen kam es im breiten Markt. Hier zogen die Aktien von Carlo Gavazzi (+3,9%) nach Zahlen klar an. Die Elektrotechnik-Gruppe hatte im vergangenen Geschäftsjahr Umsatz und Gewinn gesteigert. Auch gelang es, etwas mehr Aufträge an Land zu ziehen. Künftig soll nun noch mehr investiert werden.

Für die Aktien der Aussenwerbungs-Vermarkterin APG geht es um 7,0 Prozent aufwärts, nachdem sie ab kommendem Jahr die exklusive Vermarktungspartnerin des Flughafens Zürich wird. Polyphor rückten mit der Ernennung eines neuen Entwicklungschefs um 17 Prozent vor, während bei Kuros (-13%) nach Bekanntwerden einer Kapitalerhöhung der Aktienkurs einbrach. (awp/mc/ps)

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