CH-Schluss: Investoren vor US-Zinsentscheid vorsichtig

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Mittwoch mit einem leichten Plus aus dem Handel verabschiedet. Nach Verlusten am Vormittag legte der Leitindex SMI am Nachmittag wieder etwas zu. Grundsätzlich war an den Märkten vor der geballten Ladung an wichtigen Terminen über die nächsten Tage hinweg eine gewisse Zurückhaltung zu spüren. Gespannt warteten die Anleger etwa auf die Zinssitzung der US-Notenbank Fed am Mittwochabend. Nach drei Zinssenkungen in diesem Jahr werde keine weitere Reduzierung erwartet, sagte ein Marktteilnehmer.

Viele Beobachter stellten sich aber die Frage, unter welchen Umständen das Fed seine abwartende Haltung ablegen könnte. Notenbankchef Jerome Powell hat nach dem Zinsentscheid Gelegenheit, auf derartige Fragen einzugehen. Am Donnerstag steht die EZB mit der ersten Pressekonferenz unter Christine Lagarde im Fokus sowie aus Schweizer Sicht natürlich die SNB mit der letzten geldpolitischen Lagebeurteilung des Jahres. Von beiden Instituten wird ebenfalls kein Veränderung der Leitzinsen erwartet. Mit Spannung blicken die Investoren ausserdem auf die Wahlen in Grossbritannien vom Donnerstag.

Der SMI ging am Mittwoch schliesslich mit einem Plus von 0,14 Prozent auf 10’405,31 Punkten aus dem Handel. Der die 30 grössten Werte umfassende SLI stieg um 0,17 Prozent auf 1’599,16 Zähler, während der breit gefasste SPI um 0,14 Prozent auf 12’580,04 Punkte stieg. Von den 30 SLI-Werten schloss nur ein Drittel im roten Bereich.

Die grössten Abgaben verzeichneten wie schon an den beiden Vortagen AMS (-1,9%). Händler verwiesen auf den jüngsten Kursanstieg der Osram-Aktie. Zeitweise wurden Kurse von mehr als 45 Euro bezahlt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Osram-Aktionäre AMS zu 41 Euro in bar Titel andienen würden, sei vor diesem Hintergrund sehr gering. Das wiederum habe bei den Investoren Ängste geweckt, wonach die Österreicher gezwungen sein könnten, das Angebot nachzubessern.

Im Fokus standen am Mittwoch aber Credit Suisse (-0,9%). Die Grossbank hielt einen Inverstoren-Tag in London ab, wobei dieser allerdings keine grösseren Überraschungen brachte. So ruderte die CS bei den selbst gesteckten Profitabilitätszielen zurück. Allerdings war dies am Markt bereits erwartet worden, so dass sich die Investoren wenig beeindruckt zeigten. Die Informationen seien in vielerlei Hinsicht nicht „alter Wein in neuen Schläuchen“, sondern eher sogar „alter Wein in alten Schläuchen“ gewesen, sagte ein Marktteilnehmer.

Auf der Gewinnerseite belegten Schindler (+1,5%) die Spitzenposition. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Aufzugsgeschäft von ThyssenKrupp als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht wird, ist am Mittwoch gestiegen. Ein Verkauf an einen Schindler-Rivalen hätte vermutlich negative Folgen für die Wettbewerbssituation gehabt.

Gesucht waren auch Sika (+1,3%). Der Titel erhielt von einer positiv gefärbten Einschätzung eines Brokers im Anschluss an einen Investorenanlass etwas Schützenhilfe.

Nur leicht im Plus schlossen derweil die Pharmaschwergewichte Roche und Novartis (je +0,1%). Die beiden Giganten meldeten einen Erfolg mit dem Medikament Xolair, der in Börsenkreisen allerdings als kaum kursrelevant erachtet wurde. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte einen ergänzenden Zulassungsantrag im Zusammenhang mit dem Einsatz des Mittels für die Behandlung von Nasenpolypen angenommen.

Im breiten Markt stachen Obseva mit einem Minus von 6,6 Prozent heraus. Die Titel verzeichneten in der laufenden Woche bisher ein Wechselbad der Gefühle. Am Montag ging es nach positiven Studienresultaten mit einem Kurssprung von beinahe 30 Prozent in die Sitzung. Am Tagesende allerdings stand ein Minus von gut 10 Prozent zu Buche, und am Dienstag folgte ein Absturz gar um 12 Prozent. Seitdem sich der Kurs aufgrund des Scheiterns einer Studie mit dem wichtigsten Produkt – dem Fruchtbarkeitsmittel Nolasiban – Anfang November mehr als halbiert hat, findet der Titel somit keine Ruhe.

Ein sattes Plus gab es im breiten Markt dafür für Medartis (+5,7%). Und auch Autoneum legten zu (+4,8%).

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