CH-Verlauf: Fest – Hoffen auf Telefonkonferenz

CH-Verlauf: Fest – Hoffen auf Telefonkonferenz

Zürich – Die Schweizer Börse zeigt sich am Dienstag zur Mittagszeit auf Tageshoch fest. Gestützt werde das etwas höhere Kursniveau vor allem von den Hoffungen auf die neuerliche Telefonkonferenz heute Abend zwischen dem griechischen Finanzminister Evangelos Venizelos mit den Experten von EU, EZB und IWF, wo doch noch Fortschritte bei der Lösung der Schuldenkrise erzielt werden könnten, heisst es unter Marktbeobachtern.

Gestartet war der hiesige Markt noch in der Minuszone, da die Herabstufung Italiens durch die Ratingagentur Standard & Poor’s auf den Kursen lastete.

Neben den Hoffungen auf eine Lösung von Griecheland und der sogenannten Troika in der Verschuldungsfrage stützen deutsche Konjunkturzahlen. Zwar ist der ZEW-Index auf den tiefsten Stand seit Dezember 2008 gefallen, doch sei die Lageeinschätzung vergleichsweise robust, heisst es. Für das dritte Quartal würde dies auf einen Zuwachs der Wirtschaftsleistung hindeuten. Zudem konnte Spanien erfolgreich, wenn auch teurer, Anleihen über 12 und 18 Monate platzieren.

Bis kurz nach 12.00 Uhr steigt der SMI um 1,06% auf 5’417,61 Punkte (Tagestief bisher 5’330) und liegt damit auf Tageshoch. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) steigt um 1,21% auf 815,50 Zähler und der Swiss Performance Index (SPI) um 0,98% auf 4’943,30 Punkte. Auch an den wichtigsten europäischen Börsen werden um gut 1% höhere Kurse bewillligt, der Dax steigt um gut 2%.

Die prozentual grössten Gewinne erzielen die Luxusgüter-Titel Richemont (+3,0%) und Swatch (+2,8%). Die beiden Titel profitieren gemäss Marktbeobachtern von in im August weiter gestiegenen Uhrenexporten. Die Gesamtexporte aus der Schweiz gingen hingegen zurück. Weitere, deutliche Gewinner sind die am Vortag besonders unter Druck gekommene Assekuranzaktien. So legen Bâloise (+2,9%), ZFS (+2,8%) und Swiss Life (+2,1%) markant zu; auch Swiss Re (+1,4%) entwickeln sich besser als der Markt.

Zudem sind Holcim (+2,1%) stärker gesucht. Die Ernennung von Bernard Fontana als Nachfolger des per Ende Januar 2012 zurücktretenden CEO Markus Akermann sei vom Markt gut aufgenommen worden, kommentiert ein Beobachter. Akermann wird noch bis 2013 im VR bleiben.

Unter den defensiven Valoren fallen die Index-Schwergewichte Roche durch Avancen um 1,3% auf. Der Pharmakonzern hat an einem Fachkongress weitere gute Studiendaten für den cobas-HPV-Test vorgestellt. Auch Nestlé (+0,7%) ziehen den SMI etwas nach oben, während Novartis (+0,4%) weniger zulegen.

Gegenüber Bankentiteln wie CS (+0,4%) und UBS (unv.) sind die Anleger zurückhaltender. Bei der UBS soll gemäss Presseberichten ab Mittwoch der Verwaltungsrat in Singapur an einer regulären Sitzung u.a. die künftige Strategie und auch die Zukunft von CEO Oswald Grübel diskutieren.

Logitech (-0,1% auf 8,01 CHF) erholen sich von den zuvor verbuchten weiteren Abgaben. Eine Herabstufung durch Goldman Sachs auf «Sell» mit einem Kursziel von 7 CHF belaste, so Marktbeobachter. Am Vortag hatte die Aktie des Computerzubehör-Herstellers 4,8% verloren.

Die prozentual grössten Einbussen im SMIl/SLI verzeichnen Sonova und Actelion (je -0,4%), weitere Verlierer sind Clariant und Synthes (je -0,2%).

Aus dem breiten Markt können u.a. Oridion (+7,3%) deutlich zulegen, nachdem die US-Stiftung Anesthesia Patient Safety Foundation in der Überwachung von Anästhesiepatienten nach Operationen die Anwendung von Kapnographie-Geräten empfiehlt.

Weiter hat u.a. u-blox (-1,4%) eine kleinere Übernahme, Comet (-0,3%) Kurzarbeit, Orascom (-0,6%) die Eröffnung eines neue Hotels in Oman und Cosmo (-1,2%) gute Studiendaten sowie die baldige Einreichung eines Zulassungsgesuchts für ein neues Medikament gemeldet.

Prozentual grössere Gewinne erzielen Basilea (+10,2% auf 35,35 CHF), nachdem Jefferies die Einstufung der Titel auf «Hold» (Kursziel 37 CHF) erhöht hat. Deutliche Verluste erleiden Bobst (-4,8%) und Energiedienst (-4,4%). (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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