CH-Verlauf: SMI baut Gewinne aus – Finanztitel gesucht

CH-Verlauf: SMI baut Gewinne aus – Finanztitel gesucht

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt kann am Freitag den Erholungstrend der vergangenen Tage fortsetzen. Der SMI ist mit etwas festeren Kursen gestartet und hat die Gewinne in der Folge ausgebaut. Dabei ist der Index über die Marke von 6’200 Punkten geklettert. Nach der gestrigen Absegnung des Sparpakets in Griechenland sei die Nervosität weiter aus dem Markt gewichen, heisst es im Handel. Gesucht werden vor allem Finanztitel und Zykliker. Auch die UBS-Aktien legen deutlich zu. Die Bank hat den ehemaligen Deutschen Bundesbankpräsidenten Axel Weber für das VR-Präsidium nominiert.

Im weiteren Handelsverlauf dürfte sich das Interesse auf die konjunkturelle Entwicklung in den USA richten. Mit dem von der Uni Michigan ermittelten Konsumentenvertrauen und dem ISM-Index stehen am späteren Nachmittag wichtige Daten zur Publikation an. Nachdem sich die Stimmung der US-Einkaufsmanager in der Region Chicago stark aufgehellt hat, könnten erfreuliche US-Daten der Wall Street vor dem verlängerten Wochenende weiteren Auftrieb verleihen. Die US-Börsen bleiben am kommenden Montag am Independence Day feiertagsbedingt geschlossen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 12.10 Uhr 0,54% höher auf 6’220,76 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) avanciert derweil um 0,56% auf 969,81 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,55% auf 5’715,88 Zähler.

Die Aktien der UBS haben nach einem verhaltenen Börsenstart die Gewinne deutlich ausgebaut und legen nun um 1,0% zu. Die Nominierung von Axel Weber dürfte dabei eine untergeordnete Rolle spielen, vielmehr profitieren die Titel von der sich abschwächenden Unsicherheit in der Euro-Schuldenkrise. Im Handel und von Analysten wird das Engagement von Axel Weber begrüsst. Es handle es sich um einen sehr fähigen Kandidaten. Der Nachfolger von Kaspar Villiger bringe sowohl die nötige Erfahrung als auch wichtige politische Kontakte mit.

Die meisten Finanztitel sind nach wie vor weit oben im SMI/SLI-Tableau zu finden. Noch deutlicher als UBS gewinnen etwa Credit Suisse (+1,9%), Swiss Re (+1,9%) oder Julius Bär (+1,7%) dazu.

Auch Zykliker gehören weiterhin zu den grössten Gewinnern im Blue-Chips-Segment. Logitech steigen um 3,9%. Das täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass die Aktie seit Jahresbeginn um gut 45% nachgegeben hat. Hinter Logitech stehen weitere konjunktursensitive Titel wie Sonova (+1,3%) oder Givaudan (+1,2%)

Lonza steigen noch um 0,6%. Die Titel wurden von der Citigroup neu mit «Hold» nach zuvor «Sell» eingestuft. Die Hochstufung wird mit der zuletzt sehr schwachen Entwicklung der Aktie begründet. Zusätzliche Unterstützung erhalten Lonza Händlern zufolge von einem positiven Kommentar von Merrill Lynch.

ABB gewinnen 0,5%. Der Elektrotechnik-Konzern erweitert mit der Übernahme der niederländischen Epyon sein Angebot an Ladeinfrastruktur für Elektro-Fahrzeuge. Dabei geht es um ein kleines Unternehmen mit 50 Mitarbeitern.

Bei den Index-Schwergewichten steigen Roche um 0,9% dazu. Der Pharmakonzern hat in Japan für Tarceva und eine Kombinationstherapie von Pegasys und Copegus eine Indikationserweiterung erhalten. Ausserdem hat gestern die amerikanische Krankenversicherung Medicare erklärt, dass Avastin bei Brustkrebs ungeachtet der Entscheidung der US-Gesundheitsbehörde FDA weiter erstattet werden soll. Nestlé gewinnen 0,7%, während Novartis unverändert bei 51,50 CHF stehen.

Die grössten Verluste gehen auf das Konto von SGS (-0,9%).

Im breiten Markt steigen New Value um 6,7%. Die Beteiligungsgesellschaft will in ihrem Portfolio wertoptimierte Verkäufe vornehmen und daraus Geld an die Aktionäre zurückführen.

Die Alpiq-Aktien legen um 1,5% zu. Der Energiekonzern rechnet nicht unerwartet mit einer weiteren Ergebnisverschlechterung und hat nun ein dreiteiliges Massnahmenpaket beschlossen. Swisslog gewinnen 1,1%, nachdem das Unternehmen von der deutschen Gries Deco einen Auftrag über rund 100 Mio CHF für ein neues Logistikcenter erhalten hat.

Galenica verteuern sich um 2,4%. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat beim Einsatz von EPO in der Behandlung von Blutarmut ihre Sicherheitsbedenken geäussert. Dies könnte zu einer Substituierung von EPO durch Eisenmedikamente wie Venofer von Galenica führen, heisst es in einem Analystenkommentar.

Dagegen verlieren Publigroupe 0,3%. Mit dem Deputy CEO Thomas Kaiser verlasse eine Schlüsselfigur den Schweizer Medienkonzern, heisst es. Die Titel der Minengesellschaft International Minerals (IMZ) geben um 0,8% nach, nachdem die Zusammenarbeit mit einem chinesischen Partner zur Entwicklung von Goldminenprojekten in Ecuador nicht zustande kam. (awp/mc/ps)

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