Devisen: Dollar gibt nach – Britisches Pfund profitiert von Neuwahlentscheidung

Devisen: Dollar gibt nach – Britisches Pfund profitiert von Neuwahlentscheidung
(Bild: © Niffylux - www.niffylux.com)

Frankfurt – Der US-Dollar hat am Dienstag nachgegeben. So kostet der Euro am späten Nachmittag 1,0698 US-Dollar und damit deutlich mehr als am Morgen mit 1,0649. Zum Franken fiel der US-Dollar im Tagesverlauf unter die Parität und geht derzeit mit 0,9987 CHF nach 1,0011 CHF am Mittag um. Das Währungspaar EUR/CHF notiert derweil wenig verändert bei 1,0684 CHF.

Die Musik am Devisenmarkt spielte vor allem beim britischen Pfund. Die britische Premierministerin Theresa May hat überraschend Neuwahlen für den 8. Juni ausgerufen. Sie will sich damit grössere Rückendeckung für ihre Brexit-Verhandlungen mit der Europäischen Union verschaffen. Das Pfund stieg daraufhin bis zum späten Nachmittag bis 1,2766 Dollar und erreichte so den höchsten Stand seit dem 6. Dezember. Zuvor hatte das Pfund nur knapp über der Marke von 1,25 Dollar notiert. Zum Franken stieg das Pfund bis am späten Nachmittag auf 1,2739 CHF von 1,2618 am Morgen.

Die meisten Devisenexperten setzten darauf, dass die vorgezogenen Neuwahlen die aktuelle Regierungspartei für die Brexit-Verhandlungen stärken und ihr mehr Spielraum verschaffen werden. Die Entscheidung von May verändert laut Deutsche Bank-Devisenexperte George Saravelos grundsätzlich die Lage zu Gunsten des Pfundes. Man erwarte nach den Wahlen eine grössere und stabilere Mehrheit für die Konservative Partei. Man werde daher bald die Prognosen für den Wechselkurs ändern. Bisher hatte die Bank einen Rückgang des Pfundes auf 1,05 US-Dollar gerechnet. Die Deutsche Bank war bisher mit Blick auf das Pfund besonders pessimistisch.

Türkische Lira volatil
Schwankend reagierte auch die türkische Lira auf die jüngsten politischen Entwicklungen. Nach dem knappen Sieg des Ja-Lagers im Verfassungsreferendum legte sie in der Nacht auf Montag zunächst zu, gab aber dann die Gewinne wieder ab, um am Dienstag erneut etwas an Wert zu verlieren. Mit unter 3,68 Lira kostete ein Dollar wieder ähnlich viel wie vor dem Referendum.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84375 (0,84763) britische Pfund, und 116,26 (116,01) japanische Yen fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1’278,95 (1’284,15) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 38’778,00 (39’013,00) Euro. (awp/mc/upd/ps)

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