Devisen: Euro gibt zu Dollar nach – Streit um EU-Haushalt

Devisen: Euro gibt zu Dollar nach – Streit um EU-Haushalt
(Bild: © Eyetronic / AdobeStock)

Frankfurt am Main – Der Euro hat am Montag belastet durch einen Streit um den EU-Haushalt zum Dollar etwas nachgegeben. Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1837 US-Dollar. Sie notierte damit etwas niedriger als am Morgen.

Auch zum Franken trat die Gemeinschaftswährung nach einem zeitweisen Anstieg wieder den Rückzug an. Der Euro-Kurs sank auf 1,0801 Franken nach 1,0821 am Mittag. Das gleiche Bild bot sich beim Dollar, der auf 0,9124 von zuvor 0,9139 Franken abgab. Der Franken hatte zu beiden Währungen mit einer Abschwächung auf die Nachrichten rund um den Moderna-Impfstoff reagiert.

Beim Euro sorgte der Streit um das EU-Finanzpaket für Verunsicherung. Aus Protest gegen ein neues Verfahren zur Ahndung von Verstössen gegen die Rechtsstaatlichkeit haben Ungarn und Polen ein Veto gegen den EU-Finanzrahmen für die Jahre 2021 bis 2027 eingelegt. Mit dem neuen Verfahren wird die Auszahlung der EU-Gelder an die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit geknüpft. Ohne den Finanzrahmen können auch Gelder aus dem Corona-Wiederaufbaufonds nicht ausgezahlt werden. Darunter würden südeuropäische Länder wie Italien und Spanien besonders leiden.

Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil rechnet damit, dass frühestens auf dem regulären EU-Gipfel Mitte Dezember ein Durchbruch erzielt wird. Starke Reaktionen an den Finanzmärkten erwartet er aber nicht. Schliesslich kaufe die EZB weiterhin Anleihen. „Sollte sich die Verabschiedung des EU-Haushaltes aber länger verzögern, dürfte die Nervosität bei den Investoren zunehmen“, warnte Weil. Die Nachricht, dass mit dem US-Pharmakonzern Moderna ein weiterer für Europa relevanter Hersteller vielversprechende Daten für seinen Corona-Impfstoff vorgelegt hat, spielte am Devisenmarkt weniger eine Rolle.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1830 (Freitag: 1,1815) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8453 (0,8464) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89819 (0,89683) britische Pfund, 124,15 (123,88) japanische Yen und 1,0819 (1,0805) Schweizer Franken fest.

Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London wenig verändert bei 1888,10 Dollar gehandelt. (awp/mc/pg)

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