EU-Schluss: ESTX50 verliert 0,6% auf 2’804 Punkte

EU-Schluss: ESTX50 verliert 0,6% auf 2’804 Punkte

Paris – Die europäischen Börsen haben am Montag nachgegeben. Enttäuschende Konjunkturdaten aus Japan, gemischte aus Europa selbst und ein wieder rückläufiger Ölpreis belasteten. Im Fokus stand zudem das Übernahmeangebot des Leverkusener Pharma- und Chemiekonzerns Bayer für den US-Konkurrenten Monsanto .

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büsste 0,99 Prozent auf 2932,93 Punkte ein und gab damit einen Grossteil der Gewinne vom Freitag wieder ab. Der Pariser CAC-40-Index sank zum Wochenstart um 0,66 Prozent auf 4325,10 Zähler. Der Londoner FTSE 100 verlor 0,32 Prozent auf 6136,43 Punkte.

In Japan waren im April sowohl die Ein- als auch die Ausfuhren deutlicher als erwartet zurückgegangen. In der Eurozone trübte sich im Mai die Unternehmensstimmung leicht ein, während am Markt mit einer moderaten Aufhellung gerechnet worden war. Damit dürfte sich das Wachstum in der Eurozone im zweiten Quartal verlangsamen, folgerten etwa die Experten von Capitaleconomics.

Unternehmensseitig waren zu Wochenbeginn die Technologie-Werte am stärksten gefragt, was den europäischen Branchenindex um 0,65 Prozent steigen liess. Der Index der Öl- und Gaswerte zählte mit minus 1,43 Prozent zu den schwächsten Branchen. Schlusslicht waren die Chemietitel. Deren Branchenindex büsste 1,65 Prozent ein.

Zu den Gründen zählte vor allem der Kursverlust der Bayer-Aktie von 5,72 Prozent nach dem Übernahmeangebot an den US-Konkurrenten Monsanto. Zudem brachen die Aktien des niederländischen Düngemittelherstellers Oci um nahezu 10 Prozent ein, nachdem der Zusammenschluss mit dem US-Konzern CF Industries abgesagt worden war. Die Zukunft, so hiess es dazu am Markt, werde für die Niederländer nun schwieriger.

Im Eurostoxx gehörten Vinci nach einer positiven Studie von Goldman Sachs mit plus 0,52 Prozent zu den grössten Gewinnern. Analyst Patrick Creuset hatte das Papier des französischen Bau- und Dienstleistungskonzerns hochgestuft und auf die «Conviction Buy List» gesetzt. Der Wandel hin zu einem Infrastruktur-Unternehmen sollte den Aktien von Vinci Rückenwind verleihen, schrieb er. Royal Mail gewannen in London 4,29 Prozent, nachdem das Analysehaus RBC Capital die Papiere mit dem Argument hochstufte, dass sich die Perspektiven für das Logistikunternehmen verbessert hätten.

Unternehmensnachrichten gab es nur spärlich. Als Nachzügler der europäischen Berichtssaison legte Billigflieger Ryanair seine Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vor. Die Aktien kletterten daraufhin um rund 2 Prozent nach oben. Die Fluggesellschaft aus Irland rechnet nach einem Rekordgewinn nur noch mit kleineren Sprüngen.(awp/mc/upd/cs)

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