EU-Schluss: Abschläge

EU-Schluss: Abschläge

Paris – Enttäuschende japanische Konjunkturdaten und die weiter schwelende Euro-Krise haben die europäischen Börsen am Mittwoch belastet. Im Zuge schwacher US-Börsen zog es den EuroStoxx 50 bis Börsenschluss weiter hinunter. Am Ende ging der Leitindex für die 50 wichtigsten europäischen Werte mit einem klaren Abschlag von 1,51 Prozent auf 2.452,73 Punkte in den Feierabend. Der Cac 40 in Paris verlor 1,47 Prozent auf 3.461,65 Punkte. In London sank der FTSE 100 um 1,42 Prozent auf 5.774,20 Zähler.

Vor allem die Nachricht über ein unerwartet hohes japanisches Handelsbilanzdefizit im Juli habe sich negativ ausgewirkt, hiess es aus dem Handel. Die US-Börsen lieferten angesichts tendenziell etwas schwächerer Daten vom Immobilienmarkt und dem für den Abend erwarteten Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed ebenfalls keine positiven Impulse.

Zudem hätten sich Anleger in Europa vor dem noch in dieser Woche stattfindenden Treffen der Eurozone-Finanzminister zum Thema Griechenland und den geplanten Besuchen des griechischen Ministerpräsidenten Samaras in Deutschland und Frankreich mit Engagements zurückgehalten. Samaras hatte zuletzt die Märkte beunruhigt, in dem er mehr Zeit für politische Reformen für sein Land gefordert hatte.

«Derzeit wartet aber jeder auf das EZB-Treffen Anfang September», sagte ein Investmentstratege. Die Anleger seien gespannt, ob die obersten Währungshüter nun ihren Worten auch Taten folgen liessen. Die Märkte hätten in Erwartung von Interventionsmassnahmen durch die Europäische Zentralbank ein wenig zu optimistisch reagiert, und nun würden die Positionen durch einen leichten Abverkauf wieder etwas begradigt.

Im Branchenvergleich innerhalb des Stoxx 600 zeigten sich insbesondere die Rohstofftitel mit einem Abschlag von zwei Prozent in schwacher Verfassung. Mit durchschnittlich 1,81 Prozent fast ebenso hohe Verluste mussten Bauwerte hinnehmen. Auto- und Zuliefererwerte schlugen sich mit einem Verlust von knapp einem halben Prozent noch am besten.

So standen beispielsweise in Frankreich zwar Peugeot mit 0,29 Prozent im Minus, Renault hingegen kletterten um 0,51 Prozent und in Mailand legten Fiat als einer von wenigen Kursgewinnern im Mib-30-Index um 2,05 Prozent nach oben.

In London standen BHP Billiton mit Zahlen im Fokus. Der Titel des Bergbaukonzerns BHP Billiton notierten mit einem Minus von 1,67 Prozent im unteren Drittel des Stoxx-50-Index, obwohl die Kennziffern zum abgelaufenen Geschäftsjahr einem Händler zufolge etwas besser als prognostiziert ausgefallen waren.

Enttäuschende Quartalszahlen gab hingegen der Brauereikonzern Heineken bekannt. Die Aktie sackte daraufhin um 1,12 Prozent ab. Vestas-Papiere legten im Handelsverlauf eine Achterbahnfahrt hin und pendelten zwischen satten Gewinnen und Verlusten. Am Ende schloss das Papier knapp sechs Prozent unter dem Vortagesniveau. Der krisengeschüttelte Windanlagenbauer hat sein Sparprogramm verschärft und zusätzliche Stellenstreichungen angekündigt. (awp/mc/upd/ps)

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