EU-Schluss: Stoxx 600 steigt auf höchsten Stand seit sieben Jahren

EU-Schluss: Stoxx 600 steigt auf höchsten Stand seit sieben Jahren

London – Die europäischen Börsen haben am Montag weitere Kursgewinne verzeichnet. Der umfassende Stoxx-Europe-600-Index ging auf dem höchsten Stand seit Januar 2008 aus dem Handel. Eine Stabilisierung an der schweizerischen Börse half dem europaweiten Aktienbarometer. Der Leitindex SMI in Zürich gewann 3,21 Prozent.

Zum Wochenauftakt ging es für den EuroStoxx-50-Index um 0,58 Prozent auf 3220,90 Punkte auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember nach oben. Der Leitindex der Eurozone knüpfte damit an sein Plus von mehr als fünf Prozent in der Vorwoche an. In Paris gewann der Cac-40-Index am Montag 0,35 Prozent auf 4394,93 Punkte. Der Londoner Leitindex FTSE 100 stieg um 0,54 Prozent auf 6585,53 Punkte. Er hatte in der Vorwoche um weniger als ein Prozent zugelegt.

Die Anleger positionierten sich weiterhin für die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) an diesem Donnerstag und antizipierten eine weitere Geldspritze, sagte Sören Steinert, Associate Director Equities Trading bei Quoniam Asset Management. Zudem beruhige sich die Lage in der Schweiz nach dem Paukenschlag der Schweizerischen Nationalbank am vergangenen Donnerstag. Die Währungshüter hatten völlig überraschend den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro aufgehoben und damit Verkaufslawinen insbesondere am Zürcher Kapitalmarkt ausgelöst.

Am Montag nun gingen alle 20 Index-Werte mit mehr oder weniger starken Kursaufschlägen aus dem Handel. Tagesgewinner waren die Papiere der Bank Julius Bär mit plus 5,91 Prozent, nachdem sie zuvor um fast 25 Prozent abgestürzt waren. Bär kündigte laut Händlern Massnahmen zur Stützung der Profitabilität an. Der Konkurrent UBS rechnet bei der Gewinnentwicklung der schweizerischen Bankenbranche mit klar negativen Auswirkungen der Franken-Aufwertung.

Zu den grössten Gewinnern im europäischen Sektorüberblick zählten ebenfalls die Bankenwerte mit einem Plus von 0,79 Prozent. In Italien beflügelte Fusionsfantasie die Aktien der Branche. Händler verwiesen auf einen Zeitungsbericht von „Il Sole 24 Ore“ am Wochenende über Reformpläne zum italienischen Bankenrecht. Die Papiere der Banca Popolare di Milano (BPM) waren mit einem Kurssprung von fast 15 Prozent der beste Standardwert in Mailand. Im Eurostoxx-50-Index waren die Aktien der Unicredit mit plus 2,39 Prozent die Tagessieger. Gefragt zeigten sich auch Autowerte mit einem Anstieg von 0,78 Prozent des Branchenindex.

Dagegen gerieten Bergbauwerte wieder unter Druck: der Stoxx-600-Basic-Resources-Index war europaweit mit minus 1,38 Prozent das Schlusslicht der Sektoren. Die Anteilsscheine von Glencore verbilligten sich als grösster Verlierer im FTSE 100 und auch im europäischen Auswahlindex Stoxx 50 um 1,92 Prozent auf 247,70 Pence, BHP Billiton verloren 1,44 Prozent. Auch Öl- und Gaswerte verloren wieder. Die Aktien des französischen Energiekonzerns Total gingen 0,57 Prozent tiefer aus dem Handel, die Anteile am italienischen Konkurrenten Eni gaben um 0,83 Prozent nach. (awp/mc/upd/ps)

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