EU-Schluss: ESTX50 steigt um 0,6% auf 3’092 Punkte

EU-Schluss: ESTX50 steigt um 0,6% auf 3’092 Punkte

London – Europas Aktienmärkte haben nach dem Kursfeuerwerk vom Freitag zu Wochenbeginn weiter zugelegt. Händler sprachen von einer anhaltend positiven Stimmung an den Börsen, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) in der Vorwoche letztlich doch mit ihren Massnahmen zur Stützung der Konjunktur überzeugt hatte. In den kommenden Tagen erhofften sich die Anleger weitere positive Impulse seitens der Geldpolitik – diesmal von der japanischen und der US-amerikanischen Notenbank.

Der EuroStoxx 50 schloss am Montag 0,59 Prozent höher bei 3’091,98 Punkten. Damit knüpfte der Leitindex der Eurozone an den starken Freitag an, als er mit knapp dreieinhalb Prozent den grössten prozentualen Tagesgewinn seit August letzten Jahres geschafft hatte. Am Donnerstag hatte er noch mit heftigen Kursschwankungen auf die EZB-Beschlüsse reagiert und am Ende im Minus geschlossen.

Auch für die anderen europäischen Indizes ging es am Montag weiter bergauf: Der CAC-40-Index in Paris gewann 0,31 Prozent auf 4506,59 Punkte und der Londoner FTSE 100 rückte um 0,57 Prozent auf 6174,57 Punkte vor. Die Besitzer von Ölkonzern-Aktien hatten zum Wochenauftakt keinen Grund zur Freude: Mit minus 0,11 Prozent war der Subindex einziger Verlierer im marktbreiten Stoxx Europe 600. Die Branchentitel folgten damit den zuletzt wieder rückläufigen Preisen für den wichtigen Rohstoff.

Spitzenreiter in der Stoxx-Übersicht war hingegen der Index der konjunkturabhängigen Rohstoffkonzerne, der um 1,75 Prozent anzog. Der Index der ebenfalls wirtschaftssensiblen Autobauer und -zulieferer gewann 1,56 Prozent. Sie profitierten vom wieder etwas gesunkenen Eurokurs, der ihre Produkte für Käufer ausserhalb des Währungsraums verbilligt. Hinzu kam eine positive Branchenstudie des Analysehauses Kepler, das die Bewertungen nach den jüngsten Kursturbulenzen wieder für attraktiver hält.

Mit Abstand grösster Verlierer im EuroStoxx war Safran: Die Titel des französischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns büssten nach einem enttäuschenden Ausblick über 6 Prozent ein. Für den Zeitraum von 2016 bis 2020 rechnet das Unternehmen auf bereinigter Basis mit einer stagnierenden operativen Marge. Erst für die Zeit danach werde ein Wert von mehr als 15 Prozent angepeilt.

Für deutliche Kursausschläge sorgten ansonsten vor allem mögliche Übernahmen. Bei Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) sorgte ein italienischer Medienbericht für einen Kurssprung von über 10 Prozent. Diesem zufolge drängt Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi die anderen heimischen Banken, ein Angebot für das angeschlagene drittgrösste Geldhaus des Landes vorzulegen.

In London gewannen sich die Anteilsscheine von InterContinental Hotels gut viereinhalb Prozent. Ihnen half laut Analyst Jasper Lawler vom Broker CMC Markets ein sich andeutender Bieterkampf in der US-Hotelbranche.

Marriott International bekommt bei der geplanten Übernahme des Rivalen Starwood Konkurrenz: Ein Konsortium mehrerer Unternehmen will je Starwood-Aktie 76 US-Dollar bezahlen. Wie bei der Marriott-Offerte sollen die Anteilseigner zusätzliches Geld aus dem Verkauf des Timesharing-Geschäfts erhalten. Davon profitierten an der Wall Street vor allem die Starwood-Papiere.

Die Aktien von Sainsbury zogen um über zweieinhalb Prozent an. Der Handelskonzern erwägt Medienberichten zufolge, sein Übernahmeangebot für den Konkurrenten Home Retail anzuheben. Dessen Anteilsscheine legten um mehr als 1 Prozent zu. (awp/mc/upd/ps)

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