EU-Schluss: Fester nach robustem US-Arbeitsmarktbericht

EU-Schluss: Fester nach robustem US-Arbeitsmarktbericht

Paris – Robuste Arbeitsmarktdaten aus den USA haben am Freitag den europäischen Aktienmärkten Auftrieb gegeben. Der EuroStoxx 50 schloss 0,87 Prozent höher bei 3133,37 Punkten, büsste allerdings auf Wochensicht dennoch 2,7 Prozent ein. Feiertagsbedingt fehlten dem 50 Werte umfassenden Leitindex der Eurozone vor dem Wochenende Impulse durch die insgesamt 14 deutschen Indexmitglieder. Der Cac 40 stieg in Paris um 0,92 Prozent auf 4281,74 Punkte. Der britische Leitindex FTSE 100 gewann 1,26 Prozent auf 6527,91 Punkte.

Nach den geldpolitischen Aussagen der EZB am Vortag stand nun der US-Arbeitsmarktbericht für September als wichtigstes Ereignis auf der Agenda. Die Nachrichten waren gut: Mit 248 000 Stellen ausserhalb der Landwirtschaft waren deutlich mehr Arbeitsplätze in den USA entstanden als erwartet. Analysten hatten im Durchschnitt mit 215 000 neuen Jobs gerechnet. Zudem war die Arbeitslosenquote auf 5,9 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte 2008 gefallen.

Andreas Paciorek, Marktanalyst bei CMC Markets sagte: „Die besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten schüren wieder Spekulationen über einen früheren Zeitpunkt einer US-Zinswende. Sie stärken aber auch die Zuversicht an eine sich selbsttragende Wirtschaftserholung – trotz des Auslaufens des Fed-Stimulus-Programm diesen Monat.“

Führend in der Branchenübersicht war der Reise- und Freizeitsektor mit einem Plus von zwei Prozent. Zu verdanken hatte er dies nicht zuletzt Kurssprüngen der Aktien von Easyjet und IAG . Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr hatte der britische Billigflieger Easyjet seine Gewinnschätzung angehoben. Der Vorsteuergewinn soll nun zwischen 575 bis 580 Millionen Pfund (741 Mio Euro) liegen und damit einerseits höher als im Juli avisiert und andererseits auch, als Analysten bislang erwartet hatten. Die Papiere legten an der Spitze des FTSE 100 daraufhin um 6,42 Prozent zu. Die IAG -Titel profitierten in London von einer deutlichen Steigerung der Passagierzahlen im September und gewannen an zweiter Stelle 4,97 Prozent.

Die Anteilsscheine von Tui Travel , die sich am Vortag dem sehr negativen Markttrend nur bedingt hatten entziehen können, legten nun um 3,39 Prozent zu. Tags zuvor hatten die Titel des grössten europäischen Reiseveranstalters trotz einer erfreulichen Geschäftsjahresbilanz 0,65 Prozent verloren.

Im EuroStoxx rückten die Aktien von Danone wegen eines Pressebericht in den Fokus und stiegen zeitweise bis auf 52,36 Euro. Zum Handelsende stand noch ein Plus von 0,79 Prozent auf 52,00 Euro zu Buche. Wie die „Financial Times“ unter Berufung auf Kreise berichtete, ist der französische Nahrungsmittelhersteller in fortgeschrittenen Gesprächen über den Verkauf seine Sparte für medizinische Ernährung an Fresenius . Das Geschäft könnte mit 3 Milliarden Euro bewertet werden. Eine Ankündigung darüber sei in den nächsten Wochen möglich, ein Scheitern aber auch nicht ausgeschlossen, hiess es weiter.

In der Schweiz sanken die Papiere der UBS gegen den Trend um 0,86 Prozent. Die Grossbank muss in Frankreich einem Pressebericht zufolge eine sehr hohe Geldstrafe bezahlen. Wie die Westschweizerische Tageszeitung „Le Temps“ am Freitag online mit Bezug auf juristische Dokumente schrieb, droht der grössten schweizerischen Bank in Frankreich eine Strafe von bis zu fünf Milliarden Euro im Falle einer Verurteilung wegen Geldwäsche und Steuerbetrug. (awp/mc/pg)

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