EU-Schluss: Auf Talfahrt vor EZB-Aussagen und US-Jobdaten

EU-Schluss: Auf Talfahrt vor EZB-Aussagen und US-Jobdaten

Paris – Die wichtigsten europäischen Börsen haben am Dienstag spürbar nachgegeben. «Die Anleger sind inzwischen vorsichtiger geworden und vor den Aussagen der EZB am Donnerstag und dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag werden Gewinne eingestrichen», sagte Analyst Frank Schneider von Alpha. Der EuroStoxx 50 schloss mit minus 2,06 Prozent bei 3013,88 Punkten. Ein noch etwas deutlicheres Minus hatte er zuletzt Ende August verbucht. In Paris ging der Cac 40 am Dienstag mit einem besonders kräftigen Abschlag von 2,65 Prozent auf 4172,44 Punkten auf Talfahrt. Der FTSE 100 in London gab um 0,95 Prozent auf 6532,43 Zähler nach.

Bereits am Vortag wurden mit dem ISM-Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie starke Daten veröffentlicht, die Sorgen vor einer raschen Rückführung der Anleihekäufe stützten. Für die weitere Geldpolitik ist nun der Arbeitsmarktbericht für November das nächste wesentliche Ereignis. «Eine Drosselung der monatlichen, milliardenschweren Anleihekäufe durch die US-Notenbank Fed als Weihnachtsbescherung kann nicht ausgeschlossen werden», sagte Schneider.

Im schwachen Marktumfeld verbuchten alle 19 Branchen des Stoxx Europe 600 Verluste. Die Einzelhandelsbranche hielt sich mit minus 0,77 Prozent am besten. Schlusslicht war die Baubranche , die 2,49 Prozent einbüsste.

Im EuroStoxx 50 zählten Versicherer wie Munich Re mit minus 0,78 Prozent und Generali mit minus 1,31 Prozent zu den stabilsten Werten. Die Analysten der Investmentbank Barclays hatten sich am Morgen über den Sektor mit Blick auf 2014 optimistisch geäussert. Vor dem Hintergrund eines vermutlich starken europäischen Aktienmarktes halten sie eine weiterhin gute Entwicklung für möglich.

Die Papiere von Rio Tinto zeigten sich mit einem Abschlag von 0,96 Prozent marktkonform. Das britisch-australische Unternehmen will in den kommenden Jahren deutlich weniger ausgeben. GlaxoSmithKline büssten 1,30 Prozent ein. Der Pharmakonzern würde sich gerne im Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten (OTC) verstärken, wie Finanzchef Simon Dingemans dem «Handelsblatt» (Mittwochausgabe) sagte. «Aber wir müssen es zu den richtigen Konditionen tun und so, dass es sich für uns lohnt – und da gibt es nicht viele Möglichkeiten.»

Die Aktien des französischen Telekomkonzerns Orange verloren 3,43 Prozent. Börsianer begründeten dies mit einem Pressebericht über die Pläne des Konkurrenten Iliad, die Nutzung der 4G-Mobilfunktechnik den Kunden bei einer Vertragsvariante ohne Zusatzkosten zur Verfügung zu stellen.  (awp/mc/pg)

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