Euro gibt starke Vortagsgewinne teils ab

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Frankfurt am Main – Der Euro hat am Donnerstag einen Teil seiner kräftigen Vortagsgewinne abgegeben. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,3140 US-Dollar und damit rund einen halben Cent weniger als am Morgen. Zur Wochenmitte hatte der Euro um rund zwei Cent auf über 1,32 Dollar zugelegt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Donnerstagmittag auf 1,3094 (Mittwoch: 1,3175) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7637 (0,7590) Euro.

Händler begründeten die schwächere Tendenz des Euro zum einen mit den zähen Verhandlungen über einen Schuldenschnitt in Griechenland. Athen verhandelt bereits seit Wochen mit privaten Gläubigern über die Konditionen eines Forderungsverzichts. «Die Griechenland-Frage ist nach wie vor ungeklärt», brachte Devisenexperte Volker Weber vom Bankhaus M.M. Warburg den aktuellen Stand auf den Punkt. Darüber hinaus wurden aus dem Handel Äusserungen von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker als Belastung für den Euro genannt. Luxemburgs Premierminister hatte die Verhandlungen in Griechenland als extrem schwierig bezeichnet.

Frankreich- und  Spanien-Auktionen stützen
Unterstützung für den Euro kam hingegen aus Frankreich und Spanien. Die beiden Euro-Schwergewichte konnten sich abermals zu günstigeren Konditionen am Kapitalmarkt refinanzieren. Die Nachfrage nach den Staatsanleihen mit Laufzeiten von drei bis zehn Jahren war robust. Die Auswirkungen der jüngsten Herabstufungen durch die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Fitch blieben damit bislang ohne grössere Auswirkungen.

Euro zum Franken leicht erholt

Gegenüber dem Schweizer Franken verteuerte sich der Euro im Nachmittagshandel wieder etwas. Aktuell kostet die europäische Gemeinschaftswährung 1,2051 CHF verglichen mit 1,2046 CHF am Mittag. Der US-Dollar, der zwischenzeitlich auf 0,9208 CHF gestiegen, war gab nach der Veröffentlichung von amerikanischen Wirtschaftsdaten am Nachmittag wieder Terrain preis und kostet aktuell 0,9145 CHF verglichen mit 0,9196 CHF am Mittag. Die veröffentlichten Arbeitsmarktdaten fielen zwar besser als erwartet aus, doch sagte Fed-Präsident Ben Bernanke vor dem Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses, der Ausblick bleibe unsicher. Das Tempo der Wirtschaftserholung sei weiterhin frustrierend langsam. Die US-Wirtschaft benötige deshalb bis Ende 2014 einen aussergewöhnlich niedrigen Leitzins, wiederholte Bernanke früher gemachte Aussagen.

In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1.751,00 (1.740,00) Dollar fixiert. Ein Kilogramm Gold kostete 41.970,00 (45.030,00) Euro.  (awp/mc/upd/ps)

EZB-Referenzkurse

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