Euro rutscht deutlich unter 1,30 Dollar

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Frankurt am Main – Der Kurs des Euro hat am Mittwoch nach einem schwungvollen Jahresauftakt einen Rückschlag erlitten und ist deutlich unter die Marke von 1,30 US-Dollar gerutscht. Mit der Sorge um den Bankensektor der Eurozone sei die Euro-Schuldenkrise in die Schlagzeilen zurückgekehrt und habe der Risikofreude einen Dämpfer versetzt, hiess es von Experten.

Im Nachmittagshandel stand der Euro bei 1,2924 Dollar und damit nur knapp über dem Tagestief. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2948 (Dienstag: 1,3014) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7723 (0,7684) Euro.

Sorgen um Banken in der Eurozone
«Die Risikofreude der Anleger hat einen Dämpfer bekommen und die Anleger sind teilweise wieder auf der Suche nach sicheren Häfen», kommentierte Devisenexperte Sebastian Wanke von der DekaBank den Handel. Unter anderem habe die Sorge um die Banken in der Eurozone für eine stärkere Nachfrage nach Sicherheit gesorgt. Die italienische Grossbank Unicredit hatte bei der benötigten Kapitalerhöhung über 7,5 Milliarden Euro eine bittere Pille schlucken müssen. Die neuen Aktien werden noch billiger angeboten als ohnehin befürchtet.

Eintägige Einlagen auf neuem Rekordwert
Wie angespannt die Lage im europäischen Bankensektor ist, zeigen auch die eintätigen Einlagen der Institute bei der EZB. Die sogenannte «Vorsichtskasse» hat mit einem Volumen von rund 453,2 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert erreicht.

Schwächelnde Aktienmärkte
Für weiteren Verkaufsdruck beim Euro hätten die allgemein schwachen Aktienmärkte gesorgt, sagte Experte Wanke. Trotz vergleichsweise guter Konjunkturdaten aus der Eurozone und einer passablen Versteigerung deutsche Staatsanleihen am Vormittag hätten die Investoren riskantere Anlageformen wie den Euro gemieden. Der jüngste Rückgang der Inflationsrate in der Eurozone habe den Kurs der Gemeinschaftswährung hingegen nicht nennenswert bewegen können, so Wanke.

Zum Franken kaum verändert
Im Verhältnis zum Schweizer Franken zeigte sich die europäische Gemeinschaftswährung im weiteren Tagesverlauf wenig verändert. Im morgentlichen Geschäft hatte sich der Euro von 1,2180 CHF auf 1,2185 CHF erholt. Mit aktuell 1,2187 hielt sich das Währungspaar auf dem Mittagsniveau. Gegenüber dem Dollar tendierte der Franken dagegen schwächer. Derzeit notiert der Greenback auf 0,9436 CHF verglichen mit 0,9362 CHF am Mittag.

In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1.613,00 (Vortag: 1.598,00) Dollar fixiert. Ein Kilogramm Gold kostete 38.870,00 Euro (Vortag: 38.630,00 Euro). (awp/mc/pg)

EZB: Euro-Referenzkurse

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