Europa-Schluss: EuroStoxx gibt nach mit fallenden US-Börsen

Europa-Schluss: EuroStoxx gibt nach mit fallenden US-Börsen
(Adobe Stock)

Paris / London – Das wichtigste Kursbarometer der Eurozone ist am Dienstag nach seinem guten Lauf unter Druck geraten. Gewinnmitnahmen an den US-Börsen kamen am Nachmittag in kleinerem Masse auch hierzulande an, indem der EuroStoxx 50 seine Verluste etwas ausweitete. Der Leitindex der Eurozone ging 0,40 Prozent tiefer bei 4893,07 Punkten aus dem Handel. Seine Bestmarke seit dem Jahr 2000 konnte er nicht weiter verbessern.

Der EuroStoxx-Schwäche schloss sich vor allem die Pariser Börse an. Der Cac 40 rutschte dort mit 0,30 Prozent ins Minus ab auf 7932,82 Punkte. Während es an der Frankfurter Börse beim Dax nur knappe Verluste gab, hob sich der britische Leitindex FTSE 100 positiv ab mit einem knappen Plus von 0,08 Prozent auf 7646,16 Punkte.

Vor wichtigen Ereignissen in der laufenden Woche wie dem Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB), Auftritten des US-Notenbankchefs Jerome Powell und den in den USA erwarteten Arbeitsmarktdaten agieren Anleger derzeit vorsichtiger. Auch schwache Einkaufsmanagerdaten aus den Vereinigten Staaten waren ein Thema. Der ISM-Index für den Dienstleistungssektor verschlechterte sich dort im Februar deutlicher als erwartet, signalisiert aber weiter Wachstum.

Börsianer wollten die Verluste angesichts eines diesjährigen EuroStoxx-Anstiegs um mehr als acht Prozent aber auch nicht überbewerten. «Von Verkaufsdruck kann weiterhin keine Rede sein», betonte Marktexperte Andreas Lipkow. «Vielmehr ziehen sich die Käufer etwas zurück und warten an den Seitenlinien.»

Auf der Sektorebene zeigten sich die Gewinnmitnahmen vor allem im bei Technologiewerten. Der Rücksetzer an den US-Börsen schwappte hier auch nach Europa: Der gesamteuropäische Branchenindex schloss 1,6 Prozent tiefer. Mit einem Jahresplus von 12,6 Prozent bleibt er 2024 aber Bester in der Sektorwertung – knapp vor den Autowerten.

Erholung war dagegen angesagt im Energiesektor. Der Teilindex der Versorger zählt bislang zu den grössten diesjährigen Verlierern. Den am Morgen noch spärlichen Tagesgewinn baute der Stoxx Europe 600 Utilities auf 1,8 Prozent aus. Er war zuletzt auf dem niedrigsten Stand seit Oktober angekommen. Werte wie Enel oder Iberdrola gehörten im EuroStoxx mit bis zu 2,3 Prozent zu den grössten Gewinnern.

Bei Einzelwerten setzten Nachrichten eher selten Akzente. Positiv auf fielen die Aktien des französischen Rüstungskonzerns Thales. Sie gewann nach gut aufgenommenen Zahlen 9,1 Prozent an Wert und verbuchten damit ein Rekordhoch. Hilfreich war auch, dass die EU-Kommission Europa bei der Beschaffung von Rüstungsgütern deutlich unabhängiger von Partnern wie den USA machen will.

In Zürich fielen die Sandoz-Aktien mit einem Kursrutsch um 4,8 Prozent negativ auf. Sie quittierten damit Veränderungen im Management. Finanzchef Colin Bond wird per 30. Juni in den Ruhestand gehen und soll dann von Remco Steenbergen ersetzt werden.

In London machten die Aktien des Telekommunikations-Testanbieters Spirent mit einem Kurssprung um 74 Prozent von sich reden. Hier erhöhte eine Übernahmeofferte des US-Kommunikationsausrüsters Viavi Solutions schlagartig das Interesse der Anleger. (awp/mc/ps)

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