Goldpreis kratzt an 1’500 Dollar-Marke

Goldpreis kratzt an 1’500 Dollar-Marke

Frankfurt am Main – Der Goldpreis hat seine Rekordjagd am Freitag weiter fortgesetzt und einen neuen Höchstwert knapp unter der Marke von 1.500 Dollar je Feinunze erreicht. Händler nannten die jüngste Zuspitzung der Schuldenkrise in der Eurozone und Inflationssorgen als Ursache für den aktuellen Höhenflug des gelben Edelmetalls.

Im späten Nachmittagshandel stieg der Goldpreis zeitweise auf 1.487,39 Dollar und damit so hoch wie noch nie. Seit Tagen hätten Spekulationen ohne konkreten Hintergrund über eine mögliche Umschuldung Griechenlands für einen nervösen Handel an den Finanzmärkten gesorgt, hiess es von Händlern. Gold sei dabei einmal mehr als «sicherer Hafen» für die Anleger gefragt gewesen. Zum Wochenschluss stiegen die Risikoaufschläge für Staatsanleihen aus Griechenland und Portugal auf neue Rekordwerte. Als Grund für die neuerliche Zuspitzung der Schuldenkrise nannten Händler unter anderem die abermalige Herabstufung der Kreditwürdigkeit Irlands durch die US-Ratingagentur Moody’s am Freitagmorgen.

Silberpreis so hoch wie seit 31 Jahren nicht mehr
Auch Silber legte am Freitag weiter zu und kostete an der Londoner Rohstoffbörse mehr als 42 Dollar – soviel wie seit 31 Jahren nicht mehr. Experten sehen derzeit kein Ende der Edelmetall-Hausse. Vor allem seit Jahresbeginn haben die Edelmetallpreise stark zugelegt. So ist der Goldpreis seit Januar um rund 150 Dollar oder gut 11 Prozent gestiegen. Silber hat noch viel stärker zugelegt: Seit Jahresbeginn kletterte der Preis für das «Gold des kleinen Mannes» um mehr als 15 Dollar. Dies entspricht einer Wertsteigerung von 55 Prozent.

Schwacher Dollar stützt
Ein weiterer Grund für die starke Edelmetallnachfrage ist der schwache Dollar: Da Gold und Silber in der US-Währung gehandelt werden, stützt ein schwacher Dollar die Nachfrage aus vielen Ländern ausserhalb des Dollar-Raums. Ausschlaggebend für den schwachen Dollar ist vor allem die lasche Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed. Umgekehrt kostet der Euro mit fast 1,45 Dollar derzeit so viel wie zuletzt Anfang 2010. Mindestens genauso entscheidend wie die Wechselkurse wiegen fundamentale Gründe: Zum einen sorgen die schweren Unruhen in der arabischen Welt für einen hohen Zustrom in sogenannte «sichere Häfen» wie Gold und Silber. Die kriegerischen Auseinandersetzungen in Libyen gelten dabei lediglich als Spitze des Eisbergs. Darüber hinaus sind die ökonomischen Auswirkungen der Natur- und Atomkatastrophe in Japan immer noch nicht abzusehen.

Starke Industrienachfrage nach Silber
Zum anderen nennen Experten die weltweit erhöhte Inflation als Grund für die Edelmetall-Hausse. In vielen grossen Industrieländern – allen voran in China – liegt die Teuerung zurzeit deutlich über den Zielwerten der Notenbanken. Gold und Silber gelten traditionell als Inflationsschutz und krisensichere Anlage. Die starken Preissteigerungen bei Silber werden zudem mit einer starken Industrienachfrage erklärt. Silber wird bei der Produktion vieler hochwertiger Güter eingesetzt, vornehmlich im Elektronikbereich. Trotz der Japan-Krise dürfte die industrielle Silbernachfrage hoch bleiben, sind sich viele Experten sicher. Als ausschlaggebend gilt die robust wachsende Weltwirtschaft.  (awp/mc/upd/ps)

London Metal Exchange (LME)

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