Der Ölpreis kennt weiterhin nur eine Richtung

Öl
(Bild: © Witold Krasowski - Fotolia.com)

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New York – Die Ölpreise haben am Dienstag nach einer kurzen Phase der Stabilisierung ihre Talfahrt wieder aufgenommen. Am Mittag fiel der Preis für US-Rohöl um 1,11 US-Dollar und damit deutlich unter die Marke von 50 Dollar. Bei 48,93 Dollar erreichte der Preis den tiefsten Stand seit Frühjahr 2009. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent gab zuletzt ebenfalls stark nach. Der Preis für ein Fass fiel um 1,20 Dollar auf 51,91 Dollar.

«Die Ölpreise erleben einen rabenschwarzen Auftakt in das neue Handelsjahr», beschrieben Experten der Commerzbank die Stimmung am Ölmarkt. Seit dem vergangenen Sommer sind die Notierungen um mehr als die Hälfte eingebrochen, weil ein hohes Angebot auf dem Weltmarkt für Verkaufsdruck sorgt. Experten gehen davon aus, dass in der ersten Hälfte des laufenden Jahres etwa 1,5 Millionen Barrel Rohöl zu viel auf dem Weltmarkt sein wird – pro Tag.

«Kleines Konjunkturprogramm»
Die Ölschwemme zeigt mittlerweile starke Auswirkungen auf die Verbraucherpreise. Vereinzelt wird an deutschen Tankstellen ein Liter Diesel bereits für rund 1,10 Euro angeboten. Volkswirte sehen in dem starken Einbruch der Ölpreise bereits ein «kleines Konjunkturprogramm» für die lahmende Wirtschaft in der Eurozone. Durch geringere Energiekosten können Verbraucher und Firmen in den kommenden Monaten mehr investieren.

Inflation schwächt sich ab
Mit der Talfahrt der Ölpreise schwächt sich gleichzeitig aber auch die Inflation immer stärker ab. Für den Dezember rechnen Volkswirte bereits mit einem Sinken der Verbraucherpreise, während die Europäische Zentralbank (EZB) die Preisstabilität hingegen bei einer Teuerung von mittelfristig knapp zwei Prozent als gewährleistet ansieht. Es gilt daher als sicher, dass die Währungshüter die Geldschleusen im Kampf gegen die zu schwache Teuerung noch weiter öffnen wird.

Steigende Ölreserven in den USA erwartet
Den aktuellen Preisrutsch bei US-Öl erklärten Experten unter anderem mit der Aussicht auf steigende Ölreserven in den USA. Demnach dürften die Lagerbestände in der grössten Volkswirtschaft der Welt um 750.000 Barrel gestiegen sein. Ein Zuwachs der Ölreserven kann ein Hinweis auf eine schwächere Nachfrage sein. Die US-Regierung wird die offiziellen Daten am Mittwoch veröffentlichen.

Preiskampf geht weiter
Ausserdem erkennen Experten der Commerzbank weiterhin kein Ende im Preiskampf der grossen Förderländer im Ringen um grössere Marktanteile. Zwar hat Saudi-Arabien die Preise für Kunden in Asien zuletzt etwas erhöht, für Kunden in Europa und den USA wurden die Preise aber gesenkt. Für die Commerzbank-Experten besteht daher wenig Hoffnung auf eine Erholung der Ölpreise: «Aktuell gibt es wenig Gründe, welche für ein Ende der Talfahrt bei den Ölpreisen sprechen.» (awp/mc/pg)

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