Ölpreise weiter unter Druck

Ölfässer

New York – Trübe Konjunkturaussichten und gedämpfte Risikofreude angesichts der Schuldenkrise haben die Ölpreise auch zum Wochenauftakt unter Druck gehalten. Bis zum späten Montagnachmittag fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Juli um 98 Cent bis auf 97,36 US-Dollar. Zwischenzeitlich sank der Kurs bis auf 96,00 Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Oktober 2011. Erst am Freitag war der Brent-Preis erstmals seit Monaten wieder unter die Marke von 100 Dollar gefallen. Auch US-Rohöl der Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) ging mit weiteren Verlusten in die neue Handelswoche. Bis zuletzt verbilligte sich der Preis für ein Fass um 17 Cent auf 83,06 Dollar.

Schwache Konjunkturdaten aus den USA und China sowie die Schuldenkrise in der Eurozone drücken die Risikofreude an den Finanzmärkten. Für die Ölpreise ist darüber hinaus die Aufwertung des Dollar ein Hindernis. Die angesichts der Euro-Krise gestiegene US-Devise belastet die Rohstoffmärkte, da der grösste Teil des weltweiten Handels in dieser Währung abgewickelt wird.

Kein Ende des Abwärtsstrudels in Sicht
Ein Ende dieses Abwärtsstrudels sei kurzfristig nicht in Sicht, heisst es in einer Analyse der Commerzbank. Selbst der vorübergehende Ausfall der kuwaitischen Ölexporte und eines beträchtlichen Teils der irakischen Öllieferungen aufgrund des schlechten Wetters im Persischen Golf hätten den Preisrückgang nicht stoppen können, so die Analysten.

Zudem ist der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) erstmals seit Februar 2011 unter die Marke von 100 Dollar gefallen. Diese Marke wird vom grössten Opec-Mitglied Saudi-Arabien als kritisch angesehen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel am Freitag im Durchschnitt 97,44 US-Dollar. Das waren 3,62 Dollar weniger als am Donnerstag. Die Opec berechnet ihren durchschnittlichen Ölpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells. (awp/mc/bs).

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