Ölpreise trotz saudischer Förder-Kürzung gefallen

Ölpreise trotz saudischer Förder-Kürzung gefallen
(Bild: © Touchsmile / AdobeStock)

New York – Die Ölpreise haben am Montag trotz der Aussicht auf eine geringere Produktion Saudi-Arabiens nachgegeben. Die insgesamt etwas trübere Stimmung an den Finanzmärkten lastet laut Händlern auf den Ölpreisen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 30,18 US-Dollar. Das waren 78 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 21 Cent auf 24,51 Dollar.

Damit haben die Ölpreise die deutliche Erholung der Vorwoche vorerst nicht fortgesetzt. Nach Einschätzung des Rohstoffexperten Eugen Weinberg von der Commerzbank gibt es am Ölmarkt aber weiter Hoffnung auf eine baldige Erholung der Nachfrage. Derzeit werden in vielen Industriestaaten die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zurückgefahren.

Das führende Ölförderland Saudi-Arabien hat mit der Ankündigung einer weiteren und einseitigen Kürzung der Fördermenge auf den jüngsten Verfall der Ölpreise reagiert. Mit der zusätzlichen Kürzung um eine Million Barrel (je 159 Liter) pro Tag im Juni will das Königreich die in der „Opec+“ zusammengefassten Ölstaaten gemeinsam mit anderen Förderländer ermutigen, die jüngst beschlossenen Kürzungen umzusetzen.

Von der Ankündigung Saudi-Arabiens profitierten die Ölpreise nach anfänglichen Verlusten etwas, sie schafften es aber nicht nachhaltig in die Gewinnzone. Der beispiellose Verfall der Ölpreise im März und April im Zuge der Corona-Krise zwingt Saudi-Arabien zu drastischen Massnahmen.

Vom 1. Juli an soll die Mehrwertsteuer im führenden Mitglied der Opec von derzeit 5 auf 15 Prozent verdreifacht werden, berichtete die Nachrichtenagentur Saudi Press Agency am Montag und berief sich auf Aussagen des saudischen Finanzministers Mohammed al-Dschadan. Darüber hinaus sollen die Staatsausgaben gesenkt werden. (awp/mc/pg)

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