CH-Schluss: SMI verliert 0,5% auf 8766 Zähler

Boerse

Zürich – Die Erholung am Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag an Schwung verloren. Nachdem der Leitindex SMI am Montag noch mit einem deutlichen Plus auf den Kurseinbruch der vergangenen Woche reagiert hatte, rutschte er vom Dividendenabgang des Index-Schwergewichts Novartis belastet zurück unter die Marke von 8’800 Punkte ab. Bei vielen weiteren Blue Chips standen die Zeichen jedoch weiterhin auf «Grün», unter anderem auch bei den Grossbanken. Gleichwohl stellten Händler die jüngste Erholung bereits infrage.

Am Markt gehe die Befürchtung um, die Erholung sei das Produkt aus einer Mischung von Eindeckungen durch Leerverkäufer, von Schnäppchenkäufen sowie einer technischen Reaktion und stehe daher auf wackeligen Beinen, hiess es. Immerhin hätten die Sorgen zu einem möglichen Handelskonflikt mit den USA etwas nachgelassen. US-Präsident Donald Trump habe seit Beginn seiner Amtszeit öfters gezeigt, dass er vor Verhandlungen gerne auslotet, wie gross sein Handlungsspielraum ist. Trump hatte am Freitag mit der Ankündigung von hohen Importzöllen auf Stahl und Aluminium die Marktteilnehmer verängstigt.

Bis Börsenschluss büsste der Swiss Market Index (SMI) 0,48% auf 8’765,88 Punkte ein. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,12% auf 1’438,27 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) schloss – da Dividendenzahlungen in der Berechnung berücksichtigt werden – mit 0,19% höher auf 10’160,44 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln lagen am Ende 19 im Plus und zehn im Minus, während Kühne+Nagel den Handel unverändert beendeten.

Die Novartis-Aktie war am Dienstag der wesentliche Grund, weshalb der SMI der positiven Performance an den europäischen Märkten hinterherhinkte. Der Konzern schüttete seinen Aktionären eine Dividende in Höhe von 2,80 CHF je Anteilsschein aus und büsste als Folge davon an der Börse 2,34 CHF bzw. 3,0% ein. Gleichzeitig gaben auch die Nestlé-Valoren um 0,5% nach. Das dritte Schwergewicht Roche hielt mit einem Plus von 0,3% kaum dagegen.

Schwächer tendierten am Berichtstag Geberit (-0,9%), LafargeHolcim (-0,7%) oder Adecco (-0,3%). Goldman Sachs hatte das Kursziel für Adecco mit der Sorge vor Preisdruck im Bereich Zeitarbeit gesenkt, während bei LafargeHolcim eine Ratingerhöhung der DZ Bank einen weiteren Kursrückfall nicht verhindern konnte. Die Titel des Zementkonzerns wurden seit Anfang Februar um über 10% zurückgenommen.

Am oberen Ende der SMI/SLI-Tabelle standen am Dienstag bis zuletzt Aryzta (+3,0%). Allerdings bleiben die Titel des Backwarenkonzerns im laufenden Jahr mit Abstand der grösste Verlierer unter den Blue Chips. Gesucht wurden am Dienstag Dufry oder Vifor Pharma (je +1,7%). Auf dem Vormarsch waren zudem die Grossbanken UBS (+0,8%) und etwas weniger CS (+0,4%). Morgan Stanley präferiert laut einer Studie die Schweizer Bankentitel vor den britischen Bankenwerten.

Gut hielten sich auch Logitech (+0,9%) im Rennen. Am Investorentag rückte das Westschweizer Technologieunternehmen mit Aussagen zum bisherigen Geschäftsverlauf sowie ersten Prognosen für das Geschäftsjahr 2018/19 in den Fokus. Analysten zeigten sich mit Blick auf die neuen Ziele jedoch uneinig: Während einige das EBIT-Ziel als konservativ bezeichneten, sprachen andere von einer «vernünftigen» Guidance.

Die eigentliche Musik wurde aber in den hinteren Reihen gespielt, wo es nach Zahlenpräsentationen grössere Bewegungen gab. Oerlikon (+7,4%) zählten zu den Gewinnern dank über Erwarten guten Jahreszahlen. Die angekündigte Dividendensteigerung und der positive Ausblick für das laufende Jahr boten zusätzlichen Rückenwind.

Auch Bucher (+9,5%) kletterten in die Höhe. Der Industriekonzern hatte Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und zeigte sich für 2018 zuversichtlich. Die VP Bank (+2,8%) und Coltene (+2,5%) gehörten ebenfalls nach Zahlen zu den Gewinnern.

Das Gegenstück bildete vor allem Dormakaba (-9,3%). Der Schliesstechnikkonzern hatte zwar mehr Umsatz und Gewinn erzielt, verpasste damit aber die Vorgaben. Auch mit dem Ausblick wusste das Management nicht zu überzeugen. Tiefer schlossen nach Zahlen Lindt & Sprüngli (PS: -0,6%, Namenaktie: -0,4%) und Forbo (-2,5%).

Für Gesprächsstoff sorgte noch der geplante Börsengang des Airline-Caterers Gategroup. Das chinesische Konglomerat HNA will die Gesellschaft gegen Ende des ersten Quartals oder im zweiten Jahresviertel 2018 an die Schweizer Börse bringen. (awp/mc/pg)

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