US-Schluss: Rekordjagd hält nach Arbeitsmarktbericht an

US-Schluss: Rekordjagd hält nach Arbeitsmarktbericht an

New York – Die Wall Street hat ihre Rekordjagd am Freitag nach einem wie erwartet guten US-Arbeitsmarktbericht fortgesetzt. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte um 0,52 Prozent auf 16 924,28 Punkte zu und ging damit auf dem höchsten Stand seiner Geschichte aus dem Handel. Für die Woche steht ein Plus von 1,24 Prozent zu Buche. Der marktbreite S&P-500-Index schloss ebenfalls auf einem Rekordhoch und legte um 0,46 Prozent auf 1949,44 Zähler zu. Auch an der Technologiebörse Nasdaq überwogen die Kursgewinne. Der Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 0,47 Prozent auf 3794,57 Punkte – der höchste Stand seit September 2000. Im Wochenvergleich gewann das Technologiewertebarometer 1,55 Prozent.

«Die Beschäftigungszahlen lagen im Rahmen der hohen Erwartungen und sind als robust zu bezeichnen», kommentierte Volkswirt Ulrich Wortberg von der Helaba die Jobzahlen der USA. Zusammen mit der niedrigen Arbeitslosenquote setze sich die Erholung am Arbeitsmarkt fort. Die US-Notenbank Fed dürfte sich aus seiner Sicht in ihrer Geldpolitik bestätigt fühlen. Edgar Walk von Metzler Asset Management hob aber hervor, dass das Geschehen an den Finanzmärkten der Fed zunehmend Kopfzerbrechen bereite. Denn Investoren agierten immer sorgloser. Aus Sicht von Craig Erlam, Marktanalyst bei Alpari UK, gab es neben dem Arbeitsmarktbericht und dem Nachhall der Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Vortag wenig neues auf der Nachrichtenseite, was die Märkte hätte bewegen können.

Favorit im Dow waren die Finanzwerte: Aktien des Kreditkartenunternehmens American Express waren der Tagessieger mit plus 2,27 Prozent auf 94,91 US-Dollar, dicht gefolgt von den Anteilen der Investmentbank Goldman Sachs mit einem Aufschlag von 2,22 Prozent. Wichtige Nachrichten habe es zwar nicht gegeben, sagten Händler. Mit den Beschlüssen der Europäischen Zentralbank (EZB) am Vortag habe sich das Umfeld für Finanzwerte aber nochmal verbessert und das unterstütze nicht nur die Aktien der europäischen Institute.

Die rote Laterne im Dow hielten dagegen Pfizer-Aktien mit einem Kursverlust von 1,14 Prozent auf 29,42 Dollar. Börsianern zufolge verkauften technisch orientierte Anleger die Titel. Im Technologiebereich fanden sich eBay-Aktien mit einem Minus von 1,76 Prozent auf 49,70 Dollar am Ende des Nasdaq-100-Index wieder.

Aktien der AIG verteuerten sich um 0,86 Prozent. Der Versicherer hat nach dem Verkauf seiner Flugzeugleasing-Sparte 2,12 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe zur Verfügung und will Geld an seine Anteilseigner zurückzugeben. Zudem verwiesen Händler auf eine Kurszielerhöhung durch Barclays auf 64 Dollar. Nach Verkaufszahlen für Mai legten Gap-Papiere um 2,11 Prozent zu.

Ausserdem standen Apple-Aktien im Blick. Die Anteile an dem iPhone-Hersteller verloren 0,27 Prozent auf 645,57 Dollar. Apple will mit einem Aktiensplit nach Börsenschluss dafür sorgen, dass sich der Kurs positiv entwickelt. Für eine Apple-Aktie erhalten die Anteilseigner nun sieben, was den Kurs des Papiers im gleichen Verhältnis absenkt und für Einsteiger attraktiver erscheinen lässt.

Der Euro hat sich am Freitag stabilisiert. Auf den Arbeitsmarktbericht reagierte die Gemeinschaftswährung zwar kaum. Sie hielt sich aber über 1,36 US-Dollar und kostete in New York zuletzt 1,3645 Dollar. Am Vortag hatten die Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) mit einer Leitzinssenkung und einem neuen Lockerungspaket im Kampf gegen die niedrige Inflation und die maue Konjunktur den Euro bis auf 1,35 Euro gedrückt. Richtungweisende zehnjährige Anleihen fielen am Freitag um 2/32 auf 99 6/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,59 Prozent. (awp/mc/ps)

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