US-Schluss: Deutliche Verluste nach Notenbanker-Aussagen

US-Schluss: Deutliche Verluste nach Notenbanker-Aussagen

New York – Nach einem freundlichen Auftakt sind die US-Börsen am Dienstag deutlich ins Minus gerutscht. Als Belastungsfaktor sahen Marktexperten kritische Aussagen eines hochrangigen Notenbankers, welche der Risikofreude an den Finanzmärkten einen Dämpfer versetzt hätten. Der Dow Jones Industrial schloss 0,75 Prozent tiefer bei 13.457,55 Punkten und knüpfte damit an die vergangenen zwei Handelstage mit moderaten Verlusten an. Im frühen Geschäft hatte der Leitindex noch von positiv aufgenommenen Konjunkturdaten profitiert. Der breiter gefasste S&P 500-Index fiel um 1,05 Prozent auf 1.441,59 Punkte zurück.

An der Technologiebörse Nasdaq verlor der Composite Index 1,36 Prozent auf 3.117,73 Punkte, während es für den Auswahlindex Nasdaq 100 um 1,39 Prozent auf 2.804,53 Punkte nach unten ging.

Nach Einschätzung von Charles Plosser, Chef der Federal Reserve Bank of Philadelphia, setzt die US-Notenbank mit ihrem jüngst beschlossenen Anleihekaufprogramm (QE3) ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Zudem werde die neue Runde der quantitativen Lockerung das Wachstum der weltgrössten Volkswirtschaft wohl nicht in Schwung bringen. Auch ein Zeitungsbericht zum möglichen weiteren Forderungsverzicht für Griechenland dürfte kaum für gute Stimmung sorgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) lehnt die Beteiligung an einem eventuellen weiteren Schuldenschnitt in Griechenland ab. „Der mögliche zusätzliche externe Finanzierungsbedarf kann nur durch die Mitgliedsstaaten der Eurozone geschlossen werden“, sagte der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen der Tageszeitung „Die Welt“.

Mit einem Minus von 2,35 Prozent auf 673,70 US-Dollar entfernten sich die Apple-Papiere noch weiter von ihrem jüngst erreichten Rekordhoch über 700 US-Dollar. Die Probleme bei der Auslieferung des neuen iPhone 5 am ersten Verkaufswochenende hätten offensichtlich mit dem neuartigen Display zu tun, das der hohen Nachfrage nicht nachkommen könne, hiess es. Ein Analyst sagte: „Ein erheblicher Anteil kann deshalb wohl erst in den kommenden beiden Quartalen ausgeliefert werden.“ Er wies aber zugleich auf die extrem hohe Geschwindigkeit bei der Einführung hin und sieht Potenzial für ein starkes Schlussquartal. Derweil steht Apple beim Prozessreigen mit Samsung in Deutschland vor einer Niederlage: Eine Düsseldorfer Richterin machte deutlich, dass das Gericht bei den Modellen der Koreaner keine Verwechslungsgefahr mit dem geschützten Apple-Design sehe.

Auch die Papiere des Internetkonzerns Google mussten nach anfangs deutlichen Gewinnen ihrem Höhenflug der vergangenen Monate Tribut zollen: Sie gingen knappe 0,03 Prozent tiefer bei 749,16 Dollar aus dem Handel. Die Titel von Facebook konnten sich mit einem Minus von 2,54 Prozent auf 20,30 Dollar nicht von ihrem jüngsten Kursrutsch erholen. Schon am Montag war es für die Titel des Online-Netzwerks nach einem kritischen Medienbericht um mehr als neun Prozent bergab gegangen, womit sie einen der schwärzesten Tage in ihrer noch jungen Börsengeschichte erlebt hatte.

Die Aktien von Caterpillar sackten wegen Prognosesenkung um 4,25 Prozent ab, was den letzten Platz im Dow bedeutete. Der weltgrösste Baumaschinenhersteller rechnet nach dem Ende der Goldgräberstimmung in der Rohstoffbranche für sich nur noch mit einem „kraftlosen“ Wachstum bis zum Jahr 2015. Als Konsequenz strich Vorstandschef Doug Oberhelman den Gewinnausblick zusammen und rechnet 2015 nur noch mit einem Gewinn je Aktie zwischen 12 und 18 US-Dollar. Zuvor war die Rede von 15 bis 20 Dollar gewesen.

Auch einige Nebenwerte kamen wegen gesenkter Ausblicke unter Druck: Der Softwareanbieter Red Hat verfehlte mit seinem Gewinn im zweiten Quartal nicht nur die Schätzungen, sondern engte auch die Spanne für seine Umsatzziele im Gesamtjahr nach unten ein. Die Titel büssten 4,27 Prozent an Wert ein. Die Papiere des Elektrofahrzeug-Spezialisten Tesla Motors sackten wegen eines gekürzten Umsatzausblicks sogar um 9,78 Prozent ab. (awp/mc/pg/upd/ps)

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