US-Schluss: Kaum verändert – Märkte im Bann der Geldpolitik

US-Schluss: Kaum verändert – Märkte im Bann der Geldpolitik

New York – Die US-Aktienmärkte haben am Freitag vor der Entscheidung über die weitere US-Geldpolitik in der kommenden Woche nur wenig verändert geschlossen. Der Dow Jones Industrial endete nach drei Verlusttagen in Folge mit einem Plus von 0,10 Prozent bei 15 755,36 Punkte. Auf Wochensicht ergab sich jedoch ein Verlust des Leitindex von 1,65 Prozent. Der S&P-500-Index verlor am Freitag 0,01 Prozent auf 1775,32 Punkte. Der Nasdaq 100 sank um 0,11 Prozent auf 3456,40 Punkte. «Die ganze Finanzwelt fiebert mal wieder einer US-Notenbanksitzung entgegen», sagte Jens Klatt, Chefanalyst von DailyFX. Deshalb sei unter den Anlegern zunächst äusserste Zurückhaltung angesagt.

Vor Handelsbeginn wurden neue US-Inflationsdaten bekanntgegeben. So betrug die Jahreswachstumsrate der Erzeugerpreise im November 0,7 Prozent, während Experten mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet hatten. Nach Aussage von Helaba-Volkswirt Ralf Umlauf bestätigen die Zahlen das aktuelle Niedrig-Inflationsumfeld in den Vereinigten Staaten. Dies könnte die Notenbank als Argument nutzen, die Reduzierung der konjunkturstützenden Anleihekäufe («Tapering») zu verzögern. Deshalb ist für Umlauf – im Gegensatz zur vorherrschenden Marktmeinung – ein «Tapering» in der kommenden Woche keine ausgemachte Sache.

Von Unternehmensseite kamen kursbewegende Nachrichten vor allem aus dem Technologiesektor. So schlossen die Aktien von Adobe Systems nach Quartalszahlen fast 13 Prozent höher. Der Softwarehersteller sorgte insbesondere mit seinen Aussagen zum Kundenwachstum bei Cloud-basierten Anwendungen für eine positive Überraschung. Die gesenkten Umsatz- und Gewinnprognosen beeindruckten die Anleger nicht. Electronic Arts verteuerten sich um knapp sechs Prozent, nachdem ein Marktforscher dem Unternehmen erfolgreiche Verkäufe für einige seiner Computerspiele im November attestiert hatte.

Für die Anteilsscheine von Qualcomm ging es um 0,21 Prozent nach oben. Der Halbleiterhersteller wechselt seinen Chef aus. Im kommenden März soll der bisher für das operative Geschäft zuständige Steve Mollenkopf den Spitzenjob übernehmen. Mollenkopf war bisher auch als ein Kandidat für den Chefposten bei Microsoft gehandelt worden. Als verbleibende Favoriten für die Führungsspitze beim Softwarekonzern gelten der frühere Nokia-Chef Stephen Elop sowie Microsofts Cloud-Chef Satya Nadella. Die Microsoft-Papiere verloren 1,42 Prozent.

Die Titel des Netzwerkausrüsters Cisco reagierten mit einem Minus von 1,32 Prozent auf einen schwächeren Ausblick des Netzwerkausrüsters. Cisco rechnet wegen eines schleppenden Geschäfts in den Schwellenländern in den kommenden Jahren mit weniger Wachstum als bisher. Bei United Technologies sorgten enttäuschende Unternehmensziele für einen Kursrückgang von 0,68 Prozent. Der Mischkonzern erwartet keine grossen Wachstumssprünge im kommenden Jahr, sieht sich für 2013 aber auf Kurs, das obere Ende der eigenen Zielvorgabe zu erreichen.

Die am Vortag erstmals an der Börse notierten Aktien der Hotelkette Hilton setzten ihre steile Aufwärtsbewegung fort und gewannen weitere 2,79 Prozent. Am Donnerstag hatten die Anteilsscheine bereits um 7,5 Prozent angezogen.

Der Euro hat sich am Freitag im New Yorker Handel mit der Aussicht auf ein Abebben der Geldflut in den USA auf tieferem Terrain bewegt. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,3737 US-Dollar notiert. Richtungweisende zehnjährige Anleihen stiegen um 5/32 Punkte auf 99 Punkte. Sie rentierten mit 2,86 Prozent. (awp/mc/ps)

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