US-Schluss: Verluste wegen politischen Unsicherheiten

US-Schluss: Verluste wegen politischen Unsicherheiten

New York – Politische Unsicherheiten haben die New Yorker Börsen am Dienstag belastet. Vor allem die Entwicklung im Irak habe die Aktienmärkte gebremst, sagten Börsianer wie Analyst Joshua Mahony vom Broker Alpari UK. US-Aussenminister John Kerry setzt sich nach dem Vormarsch der extremistischen Isis-Milizen derzeit im Irak für den Zusammenhalt des Landes ein. Zudem hat der Friedensprozess in der Ukraine durch den Abschuss eines Militärhubschraubers einen schweren Rückschlag erlitten. Überraschend gute Konjunkturdaten aus den USA stützten dagegen den Markt. Das Verbrauchervertrauen des Conference Boards und die Neubauverkäufe fielen deutlich besser aus als von Volkswirten erwartet.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,70 Prozent tiefer bei 16 818,13 Punkten und damit auf seinem Tagestief. Für den S&P-500-Index ging es um 0,64 Prozent auf 1949,98 Punkte nach unten. Dabei hatte der marktbreite Aktienindex im frühen Handel bei 1968 Punkten ein Rekordhoch erreicht. An der Nasdaq rutschte der Auswahlindex Nasdaq 100 mit 0,15 Prozent ins Minus auf 3799,53 Punkte. Er hatte zuvor den höchsten Wert seit September 2000 markiert.

Energiewerte mussten trotz der stabilen Ölpreise die deutlichsten Kursverluste hinnehmen und stellten die schwächste Branche im S&P-500-Index. Der Sektorindex büsste 1,98 Prozent ein. Entsprechend hielten die Aktien von ExxonMobil mit minus 1,58 Prozent auf 102,73 US-Dollar die rote Laterne im Dow. Versorgerwerte hielten sich dagegen am besten. Sie legten am breiten Markt im Schnitt 0,25 Prozent zu. Besonders die Aktie von Wisconsin Energy entwickelte sich nach positiven Analystenkommentaren in Reaktion auf eine Übernahme vom Vortag mit plus 1,70 Prozent auf 46,04 Dollar gut.

Die Aufmerksamkeit vieler Börsianer richtete sich aber auf die Technologiewerte. Tagessieger im Nasdaq-100-Index sowie im marktbreiten S&P 500 waren die Aktien von Vertex Pharmaceuticals mit einem Kurssprung von 40,41 Prozent auf 93,53 Dollar. Das Biotechnologieunternehmen hatte positive Nachrichten zu seinem Medikament Kalydeco zur Behandlung der zystischen Fibrose (Mukoviszidose) vermeldet.

Microsofts neuer Chef Satya Nadella heizt indes den Kampf um die Vormachtstellung im zukunftsträchtigen Cloud-Geschäft an. Er senkt die Preise für Online-Speicher und räumt den Nutzern zugleich mehr Platz auf den Servern des Konzerns ein. Die Aktion zielt vor allem auf die Rivalen Apple , Google und Amazon . Die Neuerungen sollen vom kommenden Monat an gelten. Die Microsoft-Aktie verlor aber 0,60 Prozent auf 41,74 Dollar.

Google-Papiere profitierten von einer positiven Studie der Deutschen Bank zum mobilen Internet. Die Aktie des Suchmaschinenbetreibers schloss mit 0,06 Prozent nur knapp im Minus bei 564,62 Dollar. Analyst Ross Sandler bekräftigte seine Kaufempfehlung und nannte Google einen «Top Pick» in dem Sektor. Die wichtigsten Internet- und Mobilfunkunternehmen arbeiteten intensiv daran, die Handhabung und das Finden von kleinen Programmen – den «Apps» – zu verbessern. Facebook-Aktien behaupteten zum Handelsende sogar ein Plus von 0,54 Prozent auf 65,72 Dollar. Das ebenfalls als «Top Pick» bezeichnete Papier des Social-Media-Anbieters wurde auch von Cantor mit «Buy» und einem Kursziel von 80 Dollar bestätigt. (awp/mc/pg)

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