US-Schluss: Leichte Verluste nach guten Konjunkturdaten

US-Schluss: Leichte Verluste nach guten Konjunkturdaten

New York – Überraschend gute Wirtschaftsdaten aus der Industrie haben die New Yorker Börsen zum Wochenauftakt belastet. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial ging mit einem Minus von 0,48 Prozent bei 16 008,77 Punkten aus dem Handel, der breit gefasste S&P-500-Index verlor 0,27 Prozent auf 1800,90 Punkte. Die beiden Standardwerteindizes hatten am Freitag bei 16 174 und 1813 Punkten jeweils Rekordhochs erreicht. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 schloss am Montag 0,19 Prozent tiefer bei 3481,15 Punkten.

Händler verwiesen auf starke Daten aus der US-amerikanischen Industrie, die Sorgen vor einer raschen Drosselung der milliardenschweren Anleihekäufe durch die US-Notenbank wieder verstärkt hätten. Der ISM-Einkaufsmanagerindex war überraschend gestiegen. Aus Sicht von Ökonom Ralf Umlauf von der Helaba heizt die weiter sehr robuste Stimmung in der US-Industrie Spekulationen über geldpolitische Bremsmassnahmen an. Insgesamt haben sich laut Händlern einige Anleger vor weiteren wichtigen Konjunkturdaten – wie vor allem dem Arbeitsmarktbericht am Freitag – zunächst aus dem Markt zurückgezogen und Gewinne mitgenommen.

Einzelhandelswerte standen nach dem Start ins Weihnachtsgeschäft im Fokus. Das Erntedankfest («Thanksgiving») mit dem folgenden «Black Friday» gilt traditionell als Startschuss für die Weihnachtseinkäufe. Den Daten des Forschungsinstituts ShopperTrak zufolge sank der Umsatz der Branche zwar an dem besonders verkaufsstarken Freitag um 13,2 Prozent zum Vorjahr. Das müde Ergebnis relativiert sich aber, denn zum ersten Mal hatten grosse Kaufhäuser wie «Macy’s» schon am Thanksgiving-Abend die Türen geöffnet. Mit insgesamt 12,3 Milliarden US-Dollar stiegen die Einnahmen des Einzelhandels an beiden Tagen zusammen um 2,3 Prozent zum Vorjahr. Im Dow stiegen Wal-Mart-Aktien um 0,12 Prozent auf 81,11 US-Dollar. Home-Depot-Titel gaben dagegen 1,12 Prozent ab.

Stark präsentierte sich indes der Online-Handel: Es stieg nach Angaben des Softwarekonzerns Adobe um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Über Computer, Tablets und Smartphones hätten die US-Kunden an beiden Tagen rund drei Milliarden US-Dollar ausgegeben. Im Nasdaq 100 zählten Ebay-Papiere mit plus 1,90 Prozent zu den Favoriten, während Apple-Aktien mit 0,72 Prozent ins Minus rutschten. Jefferies-Analyst Peter Misek sprach allerdings von einem guten «Black-Friday»-Wochenende für den iPhone-Bauer und bleibt auf «Buy».

Tagesverlierer im Dow waren 3M-Aktien mit minus 4,37 Prozent. Händler verwiesen auf eine Abstufung durch Morgan Stanley auf «Underweight». Das löste nach dem steilen Kursanstieg der Aktien des Mischkonzerns Gewinnmitnahmen aus. Spitzenwert in dem Leitindex waren dagegen Microsoft-Papiere mit plus 0,84 Prozent.

Der Kurs des Euro bewegte sich im US-Handel unter der Marke von 1,36 Dollar seitwärts. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,3540 Dollar. Am US-Rentenmarkt sank der Kurs richtungweisender zehnjährige Anleihen um 14/32 auf 99 18/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 2,80 Prozent. (awp/mc/pg)

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