US-Schluss: Dow verliert 0,8% auf 17’751 Punkte

US-Schluss: Dow verliert 0,8% auf 17’751 Punkte

New York – Die Wall Street hat am Dienstag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Konjunktursorgen und durchwachsene Unternehmenszahlen verdarben den Anlegern den Appetit. Unter anderem waren aktuelle Wirtschaftsdaten aus China und Grossbritannien schwach ausgefallen. Zudem belasteten die wieder deutlich gesunkenen Ölpreise.

Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Minus von 0,78 Prozent bei 17’750,91 Zähler, nachdem er am Vortag noch um 0,66 Prozent gestiegen war. Der marktbreite S&P-500-Index verlor am Dienstag 0,87 Prozent auf 2063,37 Punkte. Der Nasdaq-100-Index büsste 0,91 Prozent auf 4341,39 Punkte ein.

Experte Jochen Stanzl von CMC Markets zeigte sich skeptisch für die kurzfristige Entwicklung: «Dass den US-Börsen noch nicht einmal der schwächere Dollar helfen kann, ist kein gutes Zeichen für die kommenden Handelstage. An den Finanzmärkten verdrängt nun Unsicherheit den ganzen Optimismus nach einem starken Börsenmonat April. Anstelle positiver Impulse braut sich ein Cocktail aus negativen Einflussfaktoren zusammen.»

Aus Branchensicht präsentierte sich der Finanzsektor in schwacher Verfassung. So gehörten die Aktien von Goldman Sachs und JPMorgan mit Verlusten von jeweils knapp 2 Prozent zu den schwächsten Dow-Werten. Die Papiere der Citigroup und der Bank of America sackten um jeweils mehr als 2 Prozent ab.

Pfizer hingegen belegten mit einem Plus von 2,74 Prozent den Spitzenplatz im Dow. Nach der geplatzten Mega-Übernahme von Allergan hatte sich der Pharmakonzern zum Jahresstart besser als von Analysten erwartet geschlagen und seine Prognosen für 2016 angehoben. Der Experte Tim Anderson von Bernstein Research hob allerdings hervor, dass Pfizer im ersten Quartal von zusätzlichen Verkaufstagen profitiert habe.

Ebenfalls stark gefragt waren nach einem trägen Auftakt die Aktien von Apple mit einem Kursaufschlag von 1,64 Prozent. Nach der längsten Talfahrt der Papiere seit 1998 hatte Konzernchef Tim Cook versucht, mit einem Fernsehinterview die Stimmung zu drehen. Den jüngsten Kursverfall hatte er als «Überreaktion» bezeichnet. Der Branchendienst «Digitimes» berichtete unterdessen, dass Apple im zweiten Quartal wieder deutlich mehr Chips für sein preisgünstiges iPhone SE bestelle.

Schwächste Branche im S&P 500 waren Energiewerte mit einem Minus von zweieinhalb Prozent, die unter dem deutlichen Rückgang der Ölpreise litten. Die Titel von Halliburton sackten um fast 4 Prozent ab. Der Ölfeldausrüster hatte ein unerwartet schwaches Quartalsergebnis bekanntgegeben. Budgetkürzungen von Kunden sowie Kosten im Zusammenhang mit der erfolglosen Übernahme des Konkurrenten Baker Hughes hätten die Kennziffern belastet, hiess es. Wegen der geplatzten Transaktion muss Halliburton dem kleineren Rivalen eine Konventionalstrafe in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar zahlen.

Die zuletzt ohnehin arg gebeutelten Aktien von Twitter mussten einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Sie fielen im Handelsverlauf auf 13,90 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit ihrem Börsengang im April 2014. Letztlich verloren sie 2,71 Prozent auf 14,01 Dollar.

Die Aktien von Tesla Motors fielen um knapp 4 Prozent. Börsianer verwiesen auf eine Analystenstudie der UBS, wonach der Elektroauto-Hersteller mit der Bekanntgabe seiner Quartalszahlen am Mittwoch die Markterwartungen verfehlen dürfte. Zudem benötige Tesla in Kürze frisches Geld zur Finanzierung des weiteren Wachstums. (awp/mc/upd/ps)

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