US-Eröffnung: Dow etwas schwächer

US-Eröffnung: Dow etwas schwächer

New York – Die US-Anleger haben am Donnerstag enttäuscht auf den Auftakt der Berichtssaison unter den grossen Banken reagiert. Als erstes Finanzinstitut hatte JPMorgan über sinkende Einnahmen im Investmentbanking berichtet und ist mit rund fünfzehn Milliarden US-Dollar in Staatsanleihen angeschlagener Euroländer investiert. Zudem drückte die unverändert klare Position der Europäische Zentralbank (EZB) gegen eine zwanghafte Beteiligung privater Kreditgeber zur Lösung der europäischen Staatsschuldenkrise auf die Kurse dies- und jenseits des Atlantiks.

Eine Einbindung privater Gläubiger wie Banken könne letztlich die Finanzstabilität im gesamten Währungsraum gefährden, hatte die Notenbank in ihrem jüngsten Monatsbericht geschrieben und damit frühere Aussagen untermauert.

Der Dow Jones Industrial sank um 0,86 Prozent auf 11.419,71 Punkte und büsste damit fast seine gesamten Vortagesgewinne wieder ein.

Für den breiter gefassten S&P 500 ging es um 0,95 Prozent auf 1.195,75 Punkte nach unten. Die Technologiewerte hingegen schlugen sich angesichts moderater Kursgewinne zum Beispiel bei den Titeln von Apple etwas besser. So verlor der Composite-Index an der Nasdaq nur 0,23 Prozent auf 2.598,74 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 notierte sogar mit einem minimalen Plus von 0,09 Prozent auf 2.309,19 Punkte kaum verändert.

Für die US-Banken ergeben sich nach Aussagen eines Händlers grosse Risiken aus der europäischen Schuldenkrise. Der Aktienmarkt stelle sich offenbar auf die schlechteste Berichtssaison des US-Bankensektors seit 2008 ein, sagte Ioan Smith, Direktor beim Brokerhaus Knight Capital Europe. Die Frage sei, ob der Markt seine Gewinnprognosen angesichts schwacher Einnahmen, nachlassenden Wirtschaftswachstums und möglicher Engagements in hochverschuldeten Euroländern schon ausreichend gesenkt habe.

JPMorgan
hatte zwar den Gewinn trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten im dritten Quartal überraschend stabil gehalten. Dazu hatte das Management jedoch in die Trickkiste der Bilanzierung gegriffen und die bestehenden Verbindlichkeiten des Instituts neu bewertet. Im eigentlichen Geschäft hatte die Staatsschuldenkrise durchgeschlagen. Bankchef Jamie Dimon sprach von einem «herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld». Insofern sackten die Aktien am Dow-Ende um 5,33 Prozent auf 31,43 Dollar ab.

In der kommenden Woche legen unter anderem Goldman Sachs, die Bank of America und die Citigroup ihre Zahlen vor. Die Papiere dieser Institute kamen ebenfalls unter Druck und verloren zwischen 3,5 und 5,6 Prozent.

Einige Technologiewerte hingegen stemmten sich gegen den negativen Markttrend. So rückten die Papiere von Intel um 0,39 Prozent vor. Der Chiphersteller zieht sich weitgehend aus dem Markt für Fernseher zurück. Intel werde noch weiter Prozessoren für Settop-Boxen anbieten, wolle sich aber künftig mehr auf den Markt für Tablet-PCs, Smartphones und sogenannte Ultrabooks konzentrieren, sagte Intel-Sprecherin Claudine Mangano.

Die Anteilsscheine von Dell Computer rückten um 0,55 Prozent vor. Der Computerhersteller will nach den Worten des Unternehmensgründers seinen Expansionskurs fortsetzen und plant Zukäufe in Milliardenhöhe.

Zu den Favoriten im Nasdaq 100 zählten die Papiere von Apple, die sich um 0,95 Prozent auf 406,03 Dollar verteuerten. Der koreanische Elektronikkonzern Samsung hatte in dem Ideenklau-Streit mit dem Computerkonzern einen weiteren Rückschlag erlitten. Der Tablet-Computer Galaxy Tab 10.1 wurde jetzt auch in Australien per Einstweiliger Verfügung gestoppt.  (awp/mc/upd/ps)


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