US-Eröffnung: Moderate Gewinne vor Reden

US-Eröffnung: Moderate Gewinne vor Reden

New York – Vor der wegweisenden Kongress-Rede des US-Präsidenten hat die Wall Street am Donnerstag moderate Gewinne verbucht. Nach dem starken Vortag gab der Dow Jones Industrial zunächst nach, stieg dann aber doch um moderate 0,10 Prozent auf 11.425,87 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 bewegte sich mit einem minimalen Plus von 0,01 Prozent auf 1.198,69 Punkte kaum von der Stelle. An der Technologiebörse Nasdaq fielen die Gewinne etwas deutlicher aus: So stieg der Composite-Index um 0,31 Prozent auf 2.556,75 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 rückte um 0,45 Prozent auf 2.233,68 Punkte vor.

Neben dem voller Hoffnung erwarteten, hunderte Milliarden Dollar schweren Jobprogramm von Barack Obama könnte auch Notenbank-Chef Ben Bernanke mit einer Rede vor Ökonomen in Minnesota neue Impulse setzen.

Vom US-Arbeitsmarkt indes kommt kein Lichtblick. So war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gestiegen. Zudem enttäuschte die Europäische Zentralbank (EZB) die Anleger mit ihrem unveränderten Leitzinsniveau und verhinderte so grössere Gewinne an den internationalen Aktienmärkten. Es werde dringend auf weitere Massnahmen gegen die europäische Schuldenkrise gewartet, sagte ein Marktteilnehmer. Von der EZB seien sie nun nicht gekommen, was für Enttäuschung sorge, zumal Zentralbank-Präsident Jean-Claude Trichet auch Wachstumsrisiken stark betont habe.

Stärkster Wert im US-Leitindex Dow Jones waren die Titel des Netzwerkausrüsters Cisco Systems, die 2,46 Prozent auf 16,27 Dollar gewannen. Schlusslicht aber waren die Aktien des Flugzeugbauers Boeing, die um 2,22 Prozent absackten.

Ausserhalb des Dow stiegen die Monsanto-Aktien um 0,28 Prozent auf 68,08 Dollar. Der Europäische Gerichtshof hatte das Anbauverbot Frankreichs gegen gentechnisch veränderten Mais aufgehoben, was die Papiere des Saatgutherstellers Börsianern zufolge stützt.

Der Patentstreit in der Mobilfunk-Branche erreichte eine neue Eskalationsstufe. Der taiwanische Smartphone- und Tablet-Hersteller HTC ergänzte seine Klagen gegen den Rivalen Apple um neue Patente, die gerade erst dem Internet-Konzern Google abgekauft wurden. Apple und HTC werfen sich im mehreren Verfahren gegenseitig Patentverletzungen vor. Gleichwohl notierten sowohl die Papiere von Apple als auch die von Google mit gut 0,7 Prozent im Plus.

Am Abend steht noch eine mit Spannung erwartete Entscheidung zum Medikament Xarelto auf dem Plan. Ein unabhängiges Beratergremium der US Zulassungsbehörde FDA (AdCom) trifft sich, um über eine Zulassungsempfehlung des Gerinnungshemmer-Medikaments von Bayer und US-Partner Johnson & Johnson zu beraten. Am Dienstag hatten Prüfer vor der Sitzung des AdCom empfohlen, beim Zulassungsantrag für den Wirkstoff Rivaroxaban für die Indikationen Prävention von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei Patienten mit Vorhofflimmern noch Informationen einzufordern. Zuletzt rückten die Aktien von Johnson & Johnson um 0,26 Prozent vor, in Frankfurt hingegen fielen die Bayer-Anteilsscheine um 0,93 Prozent. (awp/mc/upd/ps)

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