US-Eröffnung: Dow im Minus

US-Eröffnung: Dow im Minus

New York – Im Spannungsfeld der Unsicherheit über das weitere geldpolitische Vorgehen der Fed und eines Milliardeninvestments von Warren Buffett bei der Bank of America haben die US-Börsen am Donnerstag moderate Verluste verbucht. Auf die Stimmung drückte, dass die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gestiegen war. Der Dow Jones Industrial , der an den drei vorangegangenen Handelstagen ein Plus verbucht hatte, startete zunächst mit moderaten Gewinnen in den Handel und rutschte dann ins Minus.

Zuletzt lag der US-Leitindex mit minus 0,18 Prozent bei 11.300,81 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 zeigte sich mit einem Abschlag von 0,03 Prozent auf 1.177,19 Punkte kaum verändert.

An der Technologiebörse Nasdaq sank der Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,31 Prozent auf 2.138,29 Punkte, für den Composite-Index ging es um 0,29 Prozent auf 2.460,49 Punkte nach unten.

Die Bank of America hatte kurz vor Handelsstart mitgeteilt, dass Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway für 5 Milliarden US-Dollar Vorzugsaktien des Geldhauses kaufen werde. Das wiederum hatte die Future nach oben getrieben. Ungeachtet dessen rätseln Anleger weiter über das weitere geldpolitische Vorgehen der US-Notenbank Fed. Mit Spannung erwarten Börsianer eine Rede von Fed-Chef Ben Bernanke am Freitag auf der wichtigen Notenbank-Konferenz im amerikanischen Jackson Hole. Im vergangenen Jahr hatte er dort die zweite Runde milliardenschwerer Anleihenkäufe eingeläutet. Die meisten Ökonomen rechnen indes am Freitag nicht mit konkreten Hinweisen Bernankes auf eine zusätzliche Lockerung. Sollte es so kommen, könnte das manchen Anleger enttäuschen, hiess es am Markt.

Angesichts der Nachrichten rund um Warren Buffett sprangen die Titel der Bank of America um 17,02 Prozent auf 8,18 Dollar nach oben. Sie waren zu Beginn der Woche nach Gerüchten um eine nötige Kapitalerhöhung noch stark unter Druck geraten. Am Mittwoch waren sie dann um knapp elf Prozent geklettert, nachdem die Star-Analystin Meredith Whitney erklärt hatte, bei der Bank of America derzeit keinen Kapitalbedarf zu sehen. Die Titel von Berkshire Hathaway lagen derweil mit 0,64 Prozent im Plus bei 71,20 Dollar.

Im Fokus standen ausserdem die Aktien von Apple nach dem Rücktritt von Firmengründer Steve Jobs als Konzernchef. Die Anteilsscheine des Herstellers von iPhone, iPad und Co. verloren überdurchschnittliche 1,83 Prozent auf 369,28 Dollar. Ein Börsianer meinte, dass das Schicksal von Apple eng mit der Person Steve Jobs verbunden sei. Seiner Meinung nach dürften sich die Apple-Titel so lange schwach entwickeln, bis Nachfolger Tim Cook die Anleger beruhigt und seinen Wert für die Firma demonstriert habe. Der Rücktritt von Jobs sei zwar nicht das Ende von Apple, aber das Ende einer Ära.

Analysten beurteilen die Perspektiven für die Apple-Aktien trotz des Rücktritts weiterhin positiv. Da Jobs› Nachfolger Tim Cook das tägliche Geschäft bereits als Interims-Vorstandschef geführt habe, sollte es keine Probleme durch den Führungswechsel geben, schrieb etwa UBS-Analyst Maynard Um in einer Studie.

Google zahlt derweil im Rahmen eines Vergleichs mit dem US-Justizministerium eine halbe Milliarde Dollar, um Ermittlungen wegen unerlaubter Werbung kanadischer Online-Apotheken in den USA beizulegen. Der gewaltige Betrag orientiere sich an den Erlösen des Internet-Konzerns aus den Werbeanzeigen sowie den Einnahmen der Pharmahändler. Der Vergleich kommt aber nicht überraschend, Google hatte eine Rückstellung von 500 Millionen Dollar wegen Regierungsermittlungen bereits im Mai bekanntgegeben. Vor diesem Hintergrund verbuchten die Aktien sogar ein Plus von 1,29 Prozent auf 530,03 Dollar.

Um 3,04 Prozent auf 11,02 Dollar nach unten ging es für die Anteilsscheine von Applied Materials. Der Halbleiter- und Solarindustriezulieferer hatte mit seinen Prognosen für den Umsatz und den Gewinn im vierten Geschäftsquartal die Markterwartungen verfehlt. (awp/mc/upd/ps)

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