US-Schluss: Dow klettert über 12.000 Punkte

US-Schluss: Dow klettert über 12.000 Punkte

New York – Angetrieben von der Intervention der Notenbanken am Geldmarkt hat die Wall Street am Mittwoch an ihre jüngste Erholungsrally angeknüpft. Der Dow Jones Industrial sprang über 12.000 Punkte und ging mit einem kräftigen Plus von 490 Punkten oder 4,24 Prozent bei 12.045,68 Punkten aus dem Handel. Das war der grösste Tagesgewinn des weltweit bekanntesten Aktienindex seit Mitte März 2009. Der Dow erholte sich seit Wochenbeginn um 7,25 Prozent von seiner vorherigen Talfahrt. Der marktbreite S&P 500 gewann am Mittwoch 4,33 Prozent auf 1.246,96 Punkte.

An der technologielastigen Nasdaq Börse legte der Composite Index um 4,17 Prozent auf 2.620,34 Punkte zu, der Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 3,79 Prozent auf 2.295,20 Punkte.

Börsianer feierten die konzertierte Aktion der Notenbanken, da sie den zuletzt wieder in Finanznöte geratenden Geschäftsbanken eine Atempause verschaffen sollte. Mit der Massnahme werde die Liquidität erhöht, um einen möglichen Engpass zu verhindern, sagte die Helaba-Expertin Claudia Windt der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Auch die ADP-Arbeitsmarktdaten aus den USA hellten mit einem überraschend deutlichen Anstieg der Beschäftigung im Privatsektor die Stimmung auf. Zuvor hatte schon die chinesische Notenbank mit der Senkung der Bankeinlageanforderungen einen positiven Impuls für die Börsen geliefert. Auf den Konjunkturbericht der Federal Reserve reagierte der Markt indes kaum – Börsianer konnten im «Beige Book» keine überraschenden Impulse finden.

Bankaktien rückten im Kielwasser der Notenbankaktionen auf den Indexlisten ganz nach oben – das Branchenbarometer KBW Bank Index sprang um 7,21 Prozent nach oben. Zuletzt war das Misstrauen der Banken untereinander wieder gewachsen und sie hatten immer mehr Geld bei Notenbanken wie der EZB geparkt, statt es sich gegenseitig zu leihen. Nun griffen die Währungshüter in einer abgestimmten Aktion am Geldmarkt ein, um mehr flüssige Mittel für das weltweite Finanzsystem bereitzustellen und die Spannungen an den Märkten abzubauen. Auch die Entscheidung Chinas weniger Reserven von Banken zu fordern habe positiv auf den Sektor gewirkt, sagten Händler. So trotzten die US-Banken dem negativen Impuls durch die Ratingabstufungen durch Standard & Poor’s am Vorabend. An der Dow-Spitze preschten die Aktien von JPMorgan um 8,44 Prozent auf 30,97 US-Dollar nach oben.

Neben den Finanzwerten hoben Börsianer auch die sehr deutlich erholten Rohstofftitel hervor, die laut Händlern von teilweise steigenden Preisen insbesondere für die Metalle profitierten: Alcoa-Aktien gewannen 7,63 Prozent auf 10,02 Dollar. Auffällig fest waren auch die Anteile am konjunktursensiblen Baumaschinenhersteller Caterpillar mit einem Aufschlag von 8,11 Prozent. Zudem rückten Elektroniktitel in den Fokus. Die Anteile am kanadische Blackberry-Hersteller Research In Motion (RIM) gewannen 2,82 Prozent auf 17,86 Dollar. Seagate legten um 3,11 Prozent auf 17,10 Dollar zu. Der Festplattenhersteller sei von der Flut in Thailand weniger betroffen war als von Analysten befürchtet, hiess es am Markt.

Der Eurokurs sprang in Reaktion auf die Notenbankintervention bis auf 1,3530 Dollar nach oben, setzte dann aber wieder etwas unter 1,35 Dollar zurück. Die richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihe verlor dagegen angesichts der wieder steigenden Risikobereitschaft der Anleger 26/32 auf 99 6/32 Punkte. Sie rentierte entsprechend etwas höher mit 2,083 Prozent.  (awp/mc/ps)

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