29-Mrd.-Dollar-Deal: KKR will First Data kaufen

Die Aktionäre des auf die Abwicklung von bargeldlosen Transaktionen spezialisierten Unternehmens sollen 34 Dollar für jede First-Data-Aktie erhalten. Das bedeutet ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Aktienpreis vom Freitagnachmittag. Noch müssen Anteilseigner und Behörden dem Milliardendeal zustimmen. Mit einem Abschluss der Übernahme wird für Ende des dritten Quartals gerechnet, teilte First Data am Montag mit.


Auswirkungen auf Europageschäft noch unklar
Kreditkartenabrechner wie First Data seien für Finanzinvestoren vor allem aufgrund ihres hohen Cash Flows interessant, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Im vergangenen Jahr verbuchte First Data einen Umsatz in Höhe von 7,08 Mrd. Dollar und einen Nettogewinn von 1,51 Mrd. Dollar. Inwieweit eine Übernahme Auswirkungen auf das Europageschäft haben wird, steht aber noch nicht fest, erklärte Susanne Stöger, Sprecherin von First Data Austria, gegenüber pressetext. Von Wien aus treibt First Data seine Expansion auf die Märkte Osteuropas voran. «Derzeit konzentrieren wir uns auf Polen, Kroatien und Rumänien», sagt Stöger. Am vergangenen Freitag kündigte First Data an, den polnischen Marktführer im Kreditkartengeschäft, Polcard, für 325 Mio. Dollar übernehmen zu wollen. In Kroatien und Rumänien hat First Data bereits Büros eröffnet. Weitere Märkte sollen folgen.


Schwächelnde Wachstumsraten
First Data ist 1992 als Ausgründung des Kreditkarten-Riesen American Express entstanden, und hat sich als Dienstleister auf die Abwicklung von Kreditkarten- und anderen bargeldlosen Transaktionen für Dritte spezialisiert. Allerdings kämpft das Unternehmen – wie viele weitere Branchenvertreter auch – aufgrund der hohen Verbreitung von Kreditkarten auf dem US-Markt mit schwächelnden Wachstumsraten. Darüber hinaus entschliessen sich grosse Banken aus Kostengründung zunehmend, die Abwicklung ihrer Transaktionen selbst in die Hand zu nehmen. Erst im Februar musste First Data den Verlust von drei Kunden aus dem Bankensektor melden. Laut WSJ gefährdet diese Entwicklung nicht zuletzt das für 2008 ausgegebene Wachstumsziel, den Umsatz um acht Prozent steigern zu wollen. (pte/mc/pg)

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