ACS will Hochtief-Kapitalerhöhung torpedieren

 Eine ACS-Sprecherin wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Beim Amtsgericht Essen lag nach Angaben eines Gerichtssprechers am Dienstag noch kein entsprechender Antrag vor. Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter hatte zuvor angekündigt, die geplante Kapitalerhöhung noch in diesem Monat eintragen lassen zu wollen. Durch die Kapitalmassnahme soll das Emirat Katar als neuer Hochtief-Grossaktionär 9,1 Prozent an dem Essener Bauunternehmen übernehmen. Der Hochtief-Chef hatte die Entscheidung für den Einstieg des neuen Grossaktionärs als strategischen Schritt begründet und keinen Zusammenhang mit dem Abwehrkampf gegen ACS hergestellt.


Zusätzliche Kosten in Millionenhöhe
ACS hatte erst in der vergangenen Woche den Hochtief-Aktionären ein Übernahmeangebot vorgelegt. Während der Laufzeit des Angebots sind reine Abwehrmassnahmen verboten. Durch die geplante Kapitalerhöhung würde sich der Anteil von ACS an Hochtief von derzeit 29,98 Prozent auf rund 27,3 Prozent verringern. Um die 30-Prozent-Schwelle zu erreichen, müsste ACS nach Berechnungen des «Handelsblatts» nun statt 14.000 Aktien 2,1 Millionen Hochtief-Papiere erwerben. Die Kosten dafür würden sich aktuell von 882.000 Euro auf 132 Millionen Euro erhöhen, hiess es.


Deutlich teueres Pflichtangebot möglich
Sollte es ACS nicht gelingen, innerhalb der Laufzeit des freiwilligen Übernahmeangebots die 30-Prozent-Schwelle bei Hochtief zu überschreiten, müsste das Unternehmen ein möglicherweise deutlich teureres Pflichtangebot vorlegen. Nach Angaben einer Sprecherin der deutschen Börsenaufsicht BaFin tritt nach dem Auslaufen der laufenden Angebotsfrist am 29. Dezember zunächst jedoch automatisch eine weitere Annahmefrist von zwei Wochen in Kraft.


Zieht sich Verfahren bis März 2011?
Bei Einberufung einer Hauptversammlung zu dem Thema könne sich die Frist noch einmal um weitere zehn Wochen verlängern, so die Sprecherin. Das Verfahren könne sich so maximal bis März hinziehen. Sollte ACS trotzdem zur Vorlage eines Pflichtangebots gezwungen sein, müsste das Angebot an die Hochtief-Aktionäre neu bewertet werden. Massgeblich wäre dann der Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate zum Zeitpunkt des Erreichens der 30-Prozent-Schwelle. (awp/mc/ps/17)

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