ADB: Umsatz steigt auf 169,9 Mio. Dollar – EBIT auf Jahressicht bei plus 4 – 6 Prozent erwartet

Wermutstropfen sind der operative Verlust in der Sparte Software & Services sowie die gestiegenen operativen Kosten. In den ersten sechs Monaten des Jahres erzielte ADB einen Umsatz von 169,9 (VJ 121,0) Mio USD, entsprechend einem Plus von 40%. Den Bruttogewinn gibt ADB mit 67,7 (40,3) Mio USD an, was einer Bruttomarge von 39,9 (33,5)% entspricht. Auf Stufe EBIT betrug der Gewinn 11,1 Mio USD nach einem Verlust vor Steuern von 0,8 Mio USD im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich verblieb ein Reingewinn von 4,7 (-3,4) Mio USD bwz. 7,6 Mio USD aus fortgeführter Geschäftstätigkeit, wie die Herstellerin von Set-Topboxen am Dienstag mitteilte.


Über den Erwartungen des Marktes
Mit diesen Zahlen hat der Technologiekonzern die Markterwartungen übertroffen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 159,3 Mio USD gerechnet, der EBIT wurde auf 6,1 Mio USD geschätzt.


Effizient, Sparprogramm und Produktemix
ADB begründete die Entwicklung mit drei Faktoren: Grössere Effizienz im operativen Geschäft durch eine Optimierung im Supply Chain Management, ein erfolgreiches Sparprogramm sowie ein vorteilhafter Produktemix im ersten Halbjahr. Dennoch erhöhten sich die operativen Kosten um 41% auf 59,5 Mio USD gegenüber dem Vorjahreszeitraum. ADB zufolge trugen höhere Lizenzgebühren, Mitarbeitervergütungen sowie ungünstige Währugnseffekte dazu bei.


Starke Nachfrage nach HDTV-Produkten
Nach zwei Jahren harter Arbeit sei ADB nun wieder auf dem Wachstumspfad, wird CEO Andrew Rybicki in der Mitteilung zitiert. Wesentliche Wachstumstreiber seien die anhaltende und starke Nachfrage nach HDTV-Produkten und der Ausbau der Kundenbasis in Verbindung mit den Grossveranstaltungen EURO 2008 und Olympische Spiele, hiess es. In der Hauptsparte Digital TV Equipment erzielte ADB Umsätze von 166 Mio USD sowie einen EBIT von 16 Mio USD. In der Mitteilung vom Vorjahr waren 112,6 Mio USD Umsatz und -0,1 Mio USD EBIT angegeben. HDTV-Produkte hätten mit 67 (49)% zum Segment-Umsatz beigetragen, die Produktgruppe Personal Video Recorders 29 (22)%.


Software & Services mit Verlust vor Steuern von 4,9 Mio. Dollar
Im Segment Software & Services betrug der Umsatz 9,4 Mio USD, davon wurden 4,4 Mio USD innerhalb der Gruppe erwirtschaftet. In dieser Sparte musste ADB einen Verlust vor Steuern von 4,9 Mio USD verbuchen. Ein US-Kunde hätte die nachgefragten Dienstleistungen schneller als erwartet zurückgefahren, hiess es zur Begründung. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen einen Umsatz von 8,4 Mio USD sowie einen EBIT von -0,7 Mio USD kommuniziert.


Löwenanteil des Umsatzes in EMEA-Region erwirtschaftet
Nach Regionen war EMEA (Europe, Middle East and Africa) mit 92% massgeblicher Umsatzbringer, gefolgt von Americas mit 6% sowie Asia Pacific mit 2%. Zur Kundenstruktur erklärte ADB, bei den zehn wichtigsten Kunden ein gutes Wachstum zu verzeichnen; diese stellten insgesamt 88% des Gruppenumsatzes dar, kein einzelner jedoch mehr als 18%. Auch künftig stünden die Zeichen auf Wachstum – so habe sich knapp die Hälfte der Top-10-Kunden für weitere drei Jahre oder länger verpflichtet.


Aktienrückkaufprogramm fortgesetzt
Der Technologiekonzern hat sein Aktienrückkaufprogramm im ersten Halbjahr 2008 fortgesetzt. In diesem Zeitraum kaufte ADB 36’500 Aktien zu durchschnittlich 29,90 CHF je Aktie, im Juli waren es weitere 52’764 zu durchschnittlich je 30,29 CHF. Insgesamt hält ADB derzeit 253’353 der Anteile am Unternehmen.


Pogodalla stellvertretender Gruppen-CEO
Personell gab es bei der Tochtergesellschaft Advanced Digital Broadcast SA im ersten Halbjahr Veränderungen: Unter anderem wurde Francois Pogodalla zum CEO sowie zum stellvertretenden Gruppen-CEO ernannt, Tina Nyfors zum Executive Vice President Corporate Development sowie Janusz Szajna Verantwortlichter für ADB Group Eastern Europe.


Optimistischer Ausblick
Mit Blick in die Zukunft gibt sich ADB optimistisch und erhöht den Ausblick. So rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr mit einem Umsatzwachstum von 12 bis 16%, einer Bruttomarge von 36 bis 38% und mit einer Steigerung des EBIT um 4 bis 6%. Allerdings sei Vorsicht aufgrund der konjunkturellen Entwicklung angebracht, hiess es. (awp/mc/pg/04)

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