Alpiq H1: Umsatz und Reingewinn pro forma tiefer – Ausblick bestätigt

Staatlich verordnete Abgaben, ein grösserer Debitorenausfall und Integrationskosten wirkten sich dagegen belastend aus. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde bestätigt.


Gesunkene Stromnachfrage – tiefere Preise
Der konsolidierte Nettoumsatz von Januar bis Juli lag bei 7,096 Mrd CHF, was pro forma ein Minus von 7,4% darstellt. Alpiq verwies auf die gesunkene Stromnachfrage und die tieferen Preise. Der EBITDA betrug 722 Mio CHF (-0,3% pro forma) und der EBIT 505 Mio CHF (-1,8% pro forma). Da das Betriebsergebnis unterdurchschnittlich fiel, ergab sich ein Anstieg der EBIT-Marge auf 7,1 (6,7)%, wie das aus dem Zusammenschluss der Atel Holding AG und der Westschweizer EOS Holding hervorgegangene Unternehmen am Freitag mitteilte.


Fremdwährungseffekte wirken sich positiv aus
Das Finanzergebnis verbesserte sich pro forma um 10% auf -61 Mio CHF. Positiv wirkten sich laut Alpiq die Fremdwährungseffekte aus, negativ dagegen der steigende Ertragssteueraufwand. In mehreren europäischen Staaten kam es den Angaben zufolge zu «substanziellen Steuererhöhungen», die sich zum Teil auf Energieunternehmen beschränkten. Vertragsausfälle in Tschechien im ersten Quartal belasteten das Ergebnis mit mehr als 20 Mio CHF. Der Reingewinn belief sich auf 327 Mio CHF (-4,1% pro forma).


Erwartungen der Analysten erfüllt
Alpiq nahm die Geschäftstätigkeit im Februar 2009 auf. Vergleichsbasis für die Kennziffern sind demnach die konsolidierten Werte von Atel und EOS aus dem ersten Semester 2008 sowie der Anteil am Kraftwerk Emosson. Mit den vorgelegten Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten übertroffen.


Segment Energie: EBIT um 5,9 % verbessert
Im Segment Energie hatten das um 5,1% reduzierte Absatzvolumen von 62’200 TWh, ein tieferes Preisniveau sowie der Wegfall von Handelspartnern einen negativen Effekt. Während der Umsatz um 7,7% auf 6,155 Mrd CHF zurückging, verbesserte sich der EBIT um 5,9% auf 483 Mio CHF. Positiv wirkten sich die Ertragssteigerung des Asset Tradings sowie höhere Beiträge aus dem Vertriebsgeschäft in Westeuropa aus. Für das zweite Halbjahr soll es keine wesentlichen Verbesserungen im Energiegeschäft geben.


Energieservice: Konjunkturbedingt rückläufige Margen
Das Segment Energieservice verzeichnete einen Umsatzrückgang von 4,1% auf 967 Mio CHF bei einem um 51,7% tieferen EBIT von 28 Mio CHF. Als Gründe nannte Alpiq die konjunkturbedingt rückläufigen Margen sowie Sonderpositionen im Vorjahr von +20 Mio CHF. Im Bereich Energieservice dürfte der Preis- und Margendruck in der zweiten Jahreshälfte noch zunehmen, hiess es.


Finanzielle Belastung durch regulatorische Vorgaben
Regulatorische Vorgaben für die Liberalisierung des Strommarktes sieht Alpiq als finanziell belastend. Aufwendungen für Systemdienstleistungen sollen die Erfolgsrechnung jährlich um einen «hohen zweistelligen Millionenbetrag» drücken, wie es im Halbjahresbericht heisst. Im Gegenzug nehme das Unternehmen im Rahmen der Handelsaktivitäten am Markt für Systemdienstleistungen teil. Die Senkung der Tarife des Stromübertragungsnetzes gemäss ElCom-Verfügung werde sich zudem «nachhaltig auf die Ertragslage auswirken».


Verschuldung angestiegen
Mit Blick auf die weitere Geschäftsentwicklung erklärte das Unternehmen, die Zusammenführung von Atel, EOS und Emosson habe zu einem deutlichen Anstieg des Unternehmenswertes geführt und werde sich mittelfristig positiv auf das Firmenergebnis auswirken. Kurzfristig aber sei die Verschuldung des Unternehmens wegen der Zusammenführung angestiegen und belaste zusammen mit den Integrationskosten die Erfolgsrechnung und die Bilanz der unmittelbaren Zukunft.


Ergebnis 2009 über Betriebsergebnis der Atel-Gruppe
Für 2009 geht der Energiekonzern weiterhin davon aus, dass EBIT und Reingewinn im Vergleich mit den Resultaten der pro forma-Rechnung für 2008 nicht erreicht werden können. Hingegen sollen die Betriebsergebnisse der ehemaligen Atel-Gruppe übertroffen werden.  (awp/mc/pg/09)

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